Würzburg

Hacker-Angriff auf „wuewowas.de“

Das Internet-Portal „wuewowas.de“ ist offenbar Ziel eines Hacker-Angriffs geworden. Unbekannte haben möglicherweise Passwörter von registrierten Nutzern des Kleinanzeigen-Portals erbeutet und dazu verwendet, illegal Geldbeträge über den Online-Bezahldienst PayPal abzubuchen.
Das teilte die wuewowas-Betreiberfirma am Donnerstag in einem E-Mail-Rundschreiben an die Nutzer mit.

In der E-Mail der Münchener Betreibergesellschaft heißt es: „Derzeit prüfen wir, ob und in welchem Umfang Daten entwendet wurden. Gleichzeitig haben wir unsere technischen Vorkehrungen überprüft und angepasst, um weitere gleichartige Hacking-Versuche für die Zukunft abzuwehren.“ Nach Angaben der Firma sind rund 10 000 Personen auf dem Portal registriert.

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Ein Mitarbeiter sagte, man habe den Vorfall der Datenschutzbehörde Mittelfranken gemeldet. Die Behörde prüft derzeit, ob die Sicherheitslücke geschlossen wurde. Zu dem möglichen Angriff konnte die Betreiberfirma zunächst keine Angaben machen. Man bedaure die Vorfälle sehr, weise aber zugleich darauf hin, dass es hundertprozentige Datensicherheit nicht geben könne.

In dem E-Mail-Schreiben heißt es, man habe Hinweise von mehreren Nutzern bekommen, die von unberechtigten Abbuchungen von ihren Online-Konten beim Dienst PayPal berichteten. In den meisten Fällen handelt es sich demnach um Überweisungen in einer Höhe von je 49,99 Euro, die auf das Konto eines Inhabers namens „Gameforge“ gingen.

Bei PayPal handelt es sich um einen Online-Bezahldienst, der wie eine Kreditkarte funktioniert: Mit Hilfe eines Passworts können Kunden bargeldlose Zahlungen per Internet tätigen. Nach bisherigen Erkenntnissen könnten Kriminelle die Passwörter einiger wuewowas-Nutzer genutzt haben, um sich anschließend Zugang zu deren PayPal-Konten zu verschaffen. Möglich war dies wohl, weil die betroffenen Nutzer identische Passwörter für „wuewowas.de“ und PayPal verwendeten.

„Wir entschädigen unsere Kunden, wenn es zu unberechtigten Abbuchungen gekommen ist“, sagte Alexander Lengen, Pressesprecher von PayPal Deutschland. Kunden sollten ihre Kontoauszüge prüfen und ihr Passwort ändern, riet er.

Es geht aber nicht nur um Geld, denn die mutmaßlichen Hacker könnten sich mit Hilfe der wuewowas-Daten Zugang zu Benutzerkonten weiterer Online-Angebote verschaffen. Wer sein wuewowas-Passwort für weitere Internet-Portale benutzt, ist daher besonders gefährdet. Wie viele Nutzer betroffen sind und ob die Hacker auch Telefonnummern oder Wohnadressen von wuewowas-Mitgliedern erbeutet haben, ist bislang nicht klar.

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