WÜRZBURG

Halbfertiger Hotelturm bald ein Schnäppchen?

Für den halb fertigen Würzburger Hotelturm soll es Kaufinteressenten geben. Anderseits hat sich die Mutter der Eigentümergesellschaft, die internationale Immobilien-Firma Montague Goldsmith AG, aufgelöst. Über ihre Anwälte lassen die Geschäftsführer der Würzburger Tochterfirma aber mitteilen, dass ihr Unternehmen davon nicht betroffen sei.

Für den seit Jahren leerstehenden Hotelturm in der Schweinfurter Straße von Würzburg ist offenbar eine neue Nutzung in Sicht.
Für den seit Jahren leerstehenden Hotelturm in der Schweinfurter Straße von Würzburg ist offenbar eine neue Nutzung in Sicht. Foto: T. RUPPERT
In Würzburg macht seit Tagen ein Auszug aus dem Schweizer Handelsregister die Runde: Darin erklärt sich die Firma Montague Goldsmith AG mit Sitz in Zürich und London für aufgelöst. Bis 14. September können Gläubiger ihre Forderungen bei einer Schweizer Kanzlei anmelden.

Damit stellt sich für Investoren und für die Stadt Würzburg die Frage, wer ihr Ansprechpartner in Sachen Hotelturm ist. Denn 2006 wurde Turm und Nebengebäude von der Würzburg Estate S. A. gekauft. Hinter dem eigens gegründeten Unternehmen stand als Geldgeber Montague Goldsmith – ein Unternehmen, das es nun nicht mehr gibt.

Seit geraumer Zeit fuhr der Eigentümer sein Engagement zurück. Ein Ansprechpartner für den Hotelturm war für die Presse nicht mehr und für Rathaus und Polizei sehr schwer zu erreichen. Zeitweise brannte im Bauwerk zumindest in einem Raum noch Licht: Ein Wach-Unternehmen sollte Tag und Nacht unliebsame Besucher von dem 17-stöckigen Bauwerk abhalten. Aber selbst das wurde nach schleppenden Zahlungen im März eingestellt.

Über ein Anwaltsbüro in München reagiert die Würzburg Estate S.A. auf unsere Recherchen zur Liquidation ihrer Mutterfirma: Sie sei von der Schweizer AG „unabhängig“ und von ihrer Liquidierung deshalb nicht betroffen, ließ der Geschäftsführer ausrichten.

Eigentlich wollte die Würzburg Estate den Turm selbst fertigstellen., der einst ein Luxushotel beherbergen sollte. Stattdessen wurde er im Rohbau dann sogar auf einer russischen Immobilienseite vergeblich angeboten. Kaufpreis plus Fertigstellungskosten von 16 Millionen Euro wirkten offenbar abschreckend.

Ein Insider sagt aber: „Mit sinkendem Kaufpreis steigt die Chance, Käufer zu finden.“ Der ursprüngliche Bauherr, die Pleite gegangene Ibeka AG, hatte 25 Millionen investiert. 10,2 Millionen brachte das Objekt und ein Nebengebäude vor drei Jahren in der Insolvenz. Nun ist das seit Jahren leer stehende Gebäude wohl für deutlich weniger zu haben.

Inzwischen häufen sich Signale dafür, dass es neue Interessenten für den Hotelturm gibt, der im Stadtbild einen deutlichen Akzent setzt. So sollen beim Fassadenbauer die Kosten für die restliche Verkleidung der offenen oberen Stockwerken angefragt worden sein. Auch Gespräche mit Kaufinteressenten hätten stattgefunden. Als mögliche Verkaufssumme kursiert in Würzburg der Betrag von einer Million Euro.


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