WÜRZBURG

Kirchenfest Kiliani: Bistum Würzburg im Zeichen der katholischen Festwoche

Kirchenfest Kiliani: Das Bistum Würzburg im Zeichen der katholischen Festwoche
Jugendwallfahrt mit dem Boot: Auf dem Main von Eibelstadt nach Würzburg Foto: Fotos (2): Thomas Obermeier

Premiere bei der Kiliani-Jugendwallfahrt: Erstmals kam ein Dutzend der über 70 Teilnehmer auf Inline-Skates nach Würzburg, um mit Bischof Friedhelm Hofmann am Samstagnachmittag im Neumünster einen Gottesdienst zu feiern. Zwei weitere Gruppen reisten mit dem Paddelboot oder zu Fuß an. Insgesamt sangen und beteten über 300 Gläubige beim Pontifikalamt mit. Das teilte der Pressedienst des Ordinariats Würzburg (POW) mit.

Das katholische Kilianifest erinnert an die Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan. Sie werden als Patrone des Bistums Würzburg verehrt, weil sie der Überlieferung nach hier vor über 1300 Jahren den Märtyrertod erlitten haben. Das Fest dauert acht Tage, eine der zahlreichen Veranstaltungen ist die Kiliani-Wallfahrt.

Unter den Jugendlichen waren auch die über 70 Teilnehmer am Weltjugendtag in Brasilien, denen der Bischof den Reisesegen erteilte, sowie deren Freunde und Verwandte. Anschließend verabschiedete er die beiden Busse, mit denen die Würzburger Weltjugendtagsteilnehmer zum Flughafen nach Frankfurt abfuhren.

Die Kiliani-Jugendwallfahrt startete von drei verschiedenen Punkten aus: Die traditionelle Fußwallfahrt begann in Eisingen, die Wallfahrt mit dem Schlauchboot brach in Eibelstadt auf. Die erste Auflage der Inliner-Wallfahrt führte auf dem Radweg von Ochsenfurt nach Würzburg, so der POW.

114 Kinder und Jugendliche standen beim großen Finale der Kiliani-Wallfahrtswoche am Sonntag besonders im Mittelpunkt: 112 von ihnen tragen den Namen Kilian, eine heißt Kiliana, ein anderer Kolonat. Bischof Hofmann hatte die Namensträger der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan eigens zum Internationalen Familienfest ins Kilianeum, das „Haus der Jugend“ des Bistums Würzburg, eingeladen.

Familienfest im Kilianeum

Rund 1200 Kinder, Jugendliche und Eltern feierten das bunte Familienfest mit. „Gottes Angesicht suchen wir ein Leben lang, ob wir es wissen oder nicht“, sagte der Bischof unter Hinweis auf das diesjährige Leitwort der Kiliani-Woche zu den Familien.

Insgesamt kamen laut POW während der Festwoche sowie an den Tagen der Ehejubilare über 18 000 Menschen zu den Gottesdiensten in den Würzburger Dom. Die Wallfahrtswoche 2013 stand im Zeichen des biblischen Mottos „Dein Angesicht, Herr, will ich suchen“. Damit erinnerte die Diözese an den vor 100 Jahren geborenen Julius Kardinal Döpfner, der das Bistum von 1948 bis 1957 geleitet hatte und 1976 plötzlich verstorben war.

In seiner Predigt am Familiengottesdienst betonte der Bischof, Kilian und seine Gefährten seien in Irland aufgebrochen, um Gottes Angesicht in der Ferne zu suchen. „Schon beim Propheten Jesaja können wir lesen, dass Gott jeden von uns innig liebt und dass er uns in allen unseren Sorgen und Nöten nahe ist“, betonte Hofmann. Die Menschen der Gegenwart benötigten glaubwürdige Zeugen dieser Liebe Gottes. Die Musikgruppe Kon Tiki aus Veitshöchheim gestaltete den Open-Air-Gottesdienst musikalisch.

Nach dem Schlusssegen überreichte der Bischof an alle auf die Namen der Frankenapostel Getauften jeweils ein Bild des Doms und eine CD der Band „Zeitzeichen“.

Danach startete rund um das Kilianeum ein buntes Familienfest mit Großspielen, Menschenkicker, Glücksrad, Hüpfburg und Sinnesparcours. Märchenerzählerin Helene Sauter trug „zauberhafte Geschichten“ vor, Birgit Pfeifer lud unter dem Motto „Hits für Kids“ zum Mitsingen und Mitmachen bei neuen geistlichen Kinderliedern ein.

Unter dem Motto „Rente sich wer kann“ spielten Vertreter politischer Parteien mit Interessierten das gleichnamige Brettspiel und stellen sich bei einer Podiumsdiskussion kritischen Fragen zur Bundestagswahl. Unter anderem ging es darum, dass Eltern zwar Zeit und Geld in die Betreuung ihrer Kinder investieren, sie aber bei den Beiträgen zur Sozialversicherung nicht entlastet werden.

In den Predigten während der Wallfahrtswoche setzte Bischof Hofmann laut der Mitteilung des Pressedienstes deutliche politische Akzente. So mahnte er Dankbarkeit, Nächstenliebe, Gastfreundschaft und Genügsamkeit an und forderte besonders eine menschenfreundliche Behandlung der Asylbewerber. Genügsamkeit stünde den Deutschen gerade in dieser Zeit gut an, in der viele europäische Länder unter Wirtschaftskrisen und hoher Jugendarbeitslosigkeit litten.

Die unterfränkischen Politiker und Ratsmitglieder rief er dazu auf, christliche Werte in der Gesellschaft zu vertreten und als Christen einem Zeitgeist zu wehren, der Waren vor Werten rangieren lasse. „Wir müssen uns in eine Gesellschaft einbringen, die möglicherweise ihre eigenen Grundlagen zerstört, aus denen Frieden und Prosperität erwachsen sind“, mahnte Bischof Hofmann. Auch fand er „deutliche Worte“ für die christliche Ehe von Mann und Frau, so der Pressedienst.

Über 50 Helferinnen und Helfer des Malteser-Hilfsdienstes betreuten während der gesamten Wallfahrtswoche die Pilger. Kiliani-Manager Matthias Reichert blickte sehr zufrieden auf die Festwoche. „Die Pilger sind – nach der letztjährigen Wallfahrtswoche im Neumünster – sehr gerne wieder in den erneuerten Kiliansdom zurückgekehrt. Die Begegnungen aus dem Kiliansplatz wurden sehr gut angenommen. Das Wetter war bestens, ebenso wie die beim Empfang gereichten deftigen Kiliansschnecken. Es hat alles gepasst.“

Jugendwallfahrt auf Skates: Ausgangspunkt war Kleinochsenfurt
Ein ganz besonderer Gottesdienst im Dom: Kiliani-Tag für Kranke und Menschen mit Behinderung. Foto: POW

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