BAMBERG

Lärmschutz-Zoff in Bamberg geht in die nächste Runde

So hoch sollten die Lärmschutzwände werden: Mitglieder der Initiative „Bahnsinn“ zeigen, wie mächtig die Mauern wirken würden.
So hoch sollten die Lärmschutzwände werden: Mitglieder der Initiative „Bahnsinn“ zeigen, wie mächtig die Mauern wirken würden. Foto: k. Wirth

Die Diskussion um die geplanten Lärmschutzmauern entlang der Bahntrasse in Bamberg geht weiter: Bis zu sieben Meter sollten sie nach den ursprünglichen Planungen der Bahn hoch werden. Doch das wollen sich viele Bamberger nicht gefallen lassen. Zudem gibt es ernste Bedenken, Bamberg könnte mit dem Bau dieser Mauern seinen Titel als Weltkulturerbe aufs Spiel setzen. Jetzt prüft die Bahn neben modernen Lärmschutzmaßnahmen, ob auch eine Ostumfahrung der Stadt Bamberg möglich wäre.

Der zuständige Ingenieur bei der DB ProjektBau GmbH, Reiner Gubitz, sagt: „Aus eisenbahnbetrieblicher Sicht wäre die Umfahrung möglich.“ Diese würde dann entlang der Autobahn 73 verlaufen. In diesem Fall würde die Strecke durch die Stadt nicht ausgebaut, und damit wäre auch kein Lärmschutz mitten in der Stadt mehr nötig.

AG Bahnsinn-Sprecher Robert Bartsch sieht die Umfahrung prinzipiell als interessante Alternative, befürchtet aber ein Ablenkungsmanöver der Bahn, um die Bürger erst einmal ruhigzustellen. „Außerdem muss klar sein, dass auch bei einer Umfahrung bestimmte Streckenabschnitte durch die Stadt einen Lärmschutz brauchen.“ Das sagte er am Rande einer Aktion am Freitag, bei der er und seine Mitstreiter mit einer Demo-Wand deutlich machten, wie hoch die Lärmschutzmauern sein könnten.

Zudem hält Robert Bartsch das neue Angebot der Bahn, einen Projektbeirat auf regionaler Ebene einzurichten, für „Augenwischerei“. „Ein solcher Beirat auf regionaler Ebene hat viel zu wenige Befugnisse. Ich würde eher von Kaffeekränzchen als von Projektbeirat sprechen.“ Er fordert einen Beirat „auf höchster Ebene“, in dem entscheidungsbefugte Vertreter des Bundesverkehrsministeriums, des Landesministeriums und der Führungsebene der DB Netz AG gemeinsam mit Bürgern und Vertretern der Kommunen sitzen.

Claus Reinhardt von der Stadt Bamberg sagt: „Derzeit laufen Gespräche zwischen der Stadt und der Bahn, in denen auch geklärt wird, wer einem solchen Projektbeirat angehören wird. Auch wir wünschen uns beispielsweise eine Beteiligung von Bundestagsmitgliedern aus der Region.“ Er fände es wünschenswert, wenn der Projektbeirat noch vor dem Lärmschutz-Hearing des Umweltamtes der Stadt Bamberg am 5. Oktober tagen könnte. Bei dem Hearing werden Experten Vor- und Nachteile verschiedener Lärmschutzmaßnahmen diskutieren.

Für Hans Beck aus dem Bamberger Distelweg in der Nähe der Bahnlinie geht der Kampf für eine Lärmschutzmauer ebenfalls weiter. Ihn ärgert das Engagement der AG Bahnsinn. Er befürchtet einen Aufschub der Bauarbeiten: „Ich finde es inhuman, das Weltkulturerbe in den Vordergrund zu stellen, anstatt die Gesundheit der Menschen an erster Stelle zu betrachten.“

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