WÜRZBURG

Mainfranken-Messe hofft wieder auf 100.000 Besucher

Pferde aus Teakholz-Resten: Indonesisches Kunsthandwerk vertreibt der Ochsenfurter Markus Schönrock auf der Messe. Foto: Norbert Schwarzott

Die Nachricht, dass das Konsumklima in Deutschland weiter steigt, stimmt den Veranstalter und die Aussteller auf der 28. Mainfranken-Messe optimistisch. Sie hoffen auf gute Geschäfte, wenn an diesem Samstag die Regionalschau auf den Würzburger Mainwiesen ihre Pforten öffnet. Bis Sonntag, 6. Oktober, präsentieren 600 Aussteller Waren, Dienstleistungen, Informationen und viel Kulinarisches.

Angesichts guter Wetterprognosen dürfen sie damit rechnen, dass wieder, wie zuletzt vor zwei Jahren, über 100 000 Besucher durch die 25 Hallen und über das Freigelände pilgern, um sich Tipps für die neue energiesparende Heizung zu holen, sich über das Ausbildungsangebot der Stadt Würzburg zu informieren, Kunst für den Garten zu kaufen und schottischen Whisky oder mainfränkische Fische zu probieren . . .

Genau dieser manchmal etwas skurril anmutende „Eintopf“ sei es, der den Reiz der Mainfranken-Messe ausmache, sagt Heiko Könicke, Geschäftsführer des Veranstalters AFAG (Nürnberg). Die Rekordzeiten, als Mainfrankens größte Messe wie in den 80er Jahren bis zu 130 000 Besucher anlockte, seien zwar vorbei. „Wenn man der Messe aber regelmäßig frisches Blut zuführt, funktioniert sie weiterhin“, so Könicke – trotz der Konkurrenz zum einen durch das Internet, zum anderen durch eine Vielzahl lokaler Gewerbeschauen, „die es früher so nicht gab“. Jedenfalls sei die Würzburger Messe mit 600 Ausstellern heuer erneut „restlos ausgebucht“. Die vom Ausstellungs- und Messeausschuss der Deutschen Wirtschaft (AUMA) geprüften Besucherzahlen machen sie außerdem zur Nummer fünf unter den Regionalmessen in Bayern.

Als Erfolgskonzept für Würzburg sieht Profi Könicke die „ungewöhnlich hohe Identifikation“ der Messe mit der Region. 70 Prozent der Aussteller kommen aus Mainfranken, bei allen vergleichbaren Ausstellungen seien es deutlich weniger. Hinzu kommt, dass sich neben Wirtschaft und Handel auch Institutionen wie die Stadt Würzburg, die Mainfranken-GmbH und der Bezirk Unterfranken aufwendig präsentieren. In der Halle des Bezirks simuliert das Orthopädische Krankenhaus Werneck Knieoperationen, wenige Meter daneben serviert Unterfrankens französische Partnerregion Calvados Austern. Messe-Mix bunt wie das Leben.

Partner in der Halle der Stadt sind unter anderem die Industrie- und Handelskammer, die Universität, die Hochschule für angewandte Wissenschaften und das Bistum. „Die Kirche leistet eben auch einen Beitrag, damit die Gesellschaft und die Wirtschaft funktionieren“, begründet Dominik Faust, der Medienbeauftragte der Diözese, das Engagement. Neben viel Information zu den Beratungsdiensten bietet das Bistum Messebesuchern eine Kinderbetreuung.

Unter das Stichwort „frisches Blut“ fällt die Erlebniswelt „Very British“, eine kleine Halle nett dekoriert im Cottage-Stil. Englisches, schottisches und irisches Lebensgefühl will man vermitteln – mit Dudelsack, Landhaus-Möbeln, knallbunten Karamellen – und Whisky. 45 Sorten bietet der Würzburger Experte Andreas Hofmann an, „von 45 bis 150 Euro die Flasche“, wie er sagt. Hofmann ist zuversichtlich, dass er seine Produkte auf der Messe verkaufen kann.

Der gestiegene Konsumklima-Index stimmt auch andere Anbieter optimistisch, allen voran dort, wo es ums Bauen und Wohnen geht. AFAG-Sprecher Wolfgang Heinrich: „Die Leute investieren lieber in ihre Häuser, statt das Geld zur Bank zu tragen.“

Mainfranken-Messe

Öffnungszeiten der Messe sind täglich von 9.30 Uhr bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene neun Euro; Rentner, Schwerbehinderte, Studenten und Schüler (ab 15 Jahren) zahlen sieben Euro. Eine Familienkarte kostet 19 Euro.

Eröffnet wird die Messe an diesem Samstag um 10 Uhr auf der Bühne des Bayerischen Rundfunks von Landtagspräsidentin Barbara Stamm.

ONLINE-TIPP

Mehr Bilder von der Messe sowie Links zu Hallenplan und Service: mainpost.de/mainfranken-messe

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