WÜRZBURG

Malteser erfüllen kranken Teenager einen Herzenswunsch

Erinnerungsfoto: Kerstin Schreiber und ihr Sohn Matthias vor der Bavaria Filmstadt in München. Foto: Malteser

Seit drei Jahren lebt der 17-jährige Würzburger Matthias Schreiber mit der Diagnose Hirntumor. Mit Unterstützung des Malteser Hilfsdienstes Würzburg ging für ihn jetzt ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung: ein Besuch im Bully-Herbig-Museum in München. Die Malteser berichten in einer Pressemitteilung, wie es dazu kam.

Schon im Januar hatten sich Kerstin Schreiber (51) und ihr Sohn Matthias den Besuch der Bavaria Filmstadt, zu der das „Bullyversum“ gehört, vorgenommen, denn Matthias ist ein großer Bully-Herbig-Fan. Aber dann verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. Matthias bekam Krämpfe, die Koordination der Beine wurde wackeliger, eine Einweisung auf die Palliativstation der Uniklinik Würzburg wurde nötig. An einen Ausflug war nicht mehr zu denken.

„Aber dann kam Sandra“, erinnert sich seine Mutter Kerstin Schreiber. Sandra Haberl, Hospizhelferin bei den Maltesern in Würzburg, besuchte sie regelmäßig – auch, als schließlich der Umzug ins Hospiz des Juliusspitals unumgänglich wurde. Und die Malteserin setzt alle Hebel in Bewegung, um die München-Pläne doch noch Wirklichkeit werden zu lassen. Zusammen mit der Malteser Diözesangeschäftsstelle stellt sie den Kontakt zum „Bullyversum“ in München her, organisiert ein Malteserauto und zwei Hospizhelfer für die Begleitung.

Im „Bullyversum“ kann Matthias die Filmkulissen bewundern, eine Sondervorstellung von Hui Buh erleben, und Mutter Kerstin spielt bei einer Szene von „(T)Raumschiff Surprise“ mit. Und entlockt ihrem Sohn damit ein Lachen. „Wenn es Matthias guttut, mach ich mich doch gerne zum Affen“, freut sich die Alleinerziehende. Überhaupt hätten sie ja früher so viel gelacht zusammen, und im „Bullyversum waren wir wie in einer anderen Welt, haben alles Drumherum vergessen“. Kerstin Schreiber ist eine starke Frau, aber beim Gedanken daran, dass ihr Sohn „austherapiert“ ist und keine Behandlungen mehr bekommt, fließen doch Tränen übers Gesicht. „Ich will nicht, dass Matthias merkt, dass ich manchmal am Ende meiner Kräfte bin. Ich will ihm die Zeit so schön wie möglich machen und an einem solchen Tag kann auch ich so viel Kraft schöpfen.“

Ausgestattet mit einem „Bullyversum-Hoody“, das der Museumsleiter Matthias geschenkt hat, und dem Versprechen von Bully Herbig, ein ganz persönliches Autogramm zu schicken, macht sich die kleine Gruppe wieder auf den Heimweg. Auf der Fahrt nach Hause ist Matthias so müde, dass er sofort einschläft – mit einem kleinen Lächeln im Gesicht.

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