WÜRZBURG

Mathe mit Spaßfaktor

Teamwork ist angesagt: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Mathe-Olympiade bauen einen sogenannten Sierpinski-Tetraeder.
Teamwork ist angesagt: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Mathe-Olympiade bauen einen sogenannten Sierpinski-Tetraeder. Foto: M. Bergmann

Zwei Mathe-Klausuren zu je vier Stunden, mitten in den Faschingsferien – und das alles freiwillig? Was vielen Schülern wohl eher ein Graus sein dürfte, hat am Wochenende 174 Nachwuchs-Mathematiker aus ganz Bayern an die Uni Würzburg gelockt. Grund für ihr Kommen: die Landesrunde der Mathematik-Olympiade.

Im Audimax der Uni herrscht am Freitagnachmittag angespannte Ruhe. Die 174 Gymnasiasten brüten über der ersten von zwei Klausuren. Sie haben sich bei Regionalrunden gegen mehr als 1000 weitere Schüler durchgesetzt. In Würzburg werden die Bayern-Sieger ermittelt, von denen einige noch einmal ein Auswahlseminar durchlaufen, um als Landesmannschaft den Freistaat beim Bundeswettbewerb im Juni in Cottbus zu vertreten. Die Mathematik-Olympiade hatte ihren Ursprung in der ehemaligen DDR und wird in diesem Jahr zum 54. Mal ausgerichtet.

Die Schüler, die die Klassenstufen 7 bis 12 besuchen, erhalten auf ihr Alter zugeschnitten bundesweit einheitliche Aufgaben. Mit Mathe-Unterricht wie an der Schule hat das Ganze nur wenig zu tun, es geht eher um logisches Denken, Argumentieren und Beweisen.

„Das ist ganz anders als in der Schule. Es geht eher ums System hinter den Aufgaben“, sagt Antonia Dammrau. Die 16-Jährige ist Schülerin des Gymnasiums in Veitshöchheim. Marius Schmück ist 13 und besucht das Jack-Steinberger-Gymnasium in Bad Kissingen. „Das hier ist besser als normales Mathe“, sagt er. Obwohl die Aufgaben schon anspruchsvoll seien. „Man muss mehr nachdenken.“

Das ist aber auch das Ziel des Wettbewerbs. „Viele Schüler, die stark in Mathe sind, bekommen an ihren Schulen nicht so viel geboten“, sagt Dr. Richard Greiner. Er ist der Geschäftsführer des Instituts für Mathematik der Uni Würzburg und Mitglied des Vereins MOBy - Mathematik-Olympiade in Bayern. Die Unis in Würzburg und Passau richten den Landesentscheid gemeinsam mit dem Verein im Wechsel aus. Nicht ganz uneigennützig. „Da geht es auch darum, diese Zielgruppe für ein Mathe-Studium zu interessieren“, sagt Greiner. Und: „Für viele hier ist das eine tolle Möglichkeit, andere Jugendliche mit dem gleichen Interesse an Mathematik zu treffen.“

Für die 174 Schüler ist an diesem Wochenende mehr geboten als nur Klausuren. Untergebracht ist die gesamte Gruppe in der Jugendherberge. Am Samstagnachmittag, während 60 ehrenamtliche Korrektoren die zweite Klausur auswerten, bauen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer – rund 40 Prozent sind Mädchen – zusammen einen sogenannten Sierpinski-Tetraeder. Dieser setzt sich aus unzähligen kleinen Tetraedern zusammen, die die Schüler nach Origami-Technik falten. Am Ende misst der Tetraeder 160 Zentimeter Kantenlänge und besteht aus 1024 bunten Einzelteilen.

Am Sonntag werden die Landesbesten ausgezeichnet. 86 Teilnehmer, sechs davon aus Unterfranken, erreichen einen der ersten drei Plätze und erhalten eine Medaille. Eine Einladung zur Auswahlrunde für die bayerische Landesmannschaft beim Bundeswettbewerb ging an Nicholas Schwab aus Lohr (1. Preis Jahrgangsstufe 11), Felix Dümig aus Ebern (1. Preis Jahrgangsstufe 8), Manfred Paul aus Würzburg (2. Preis Jahrgangsstufe 10) und Clara-Christin Oehler aus Würzburg (2. Preis Jahrgangsstufe 8).

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