ALBERTSHOFEN

Melonen aus dem Frankenland

Leckere Früchte: Neu im Angebot fränkischer Gärtner sind seit diesem Jahr Wassermelonen. Angebaut werden sie von Theo He... Foto: Ralf Weiskopf

Wenn man vom Spargelhof von Jutta und Jürgen Heilmann dem Flurbereinigungsweg in östlicher Richtung folgt, kommt man an dem vorbei, was man von der Gemüseregion um Albertshofen (Lkr. Kitzingen) kennt und erwartet: Felder mit Lauch, Kohlrabi, Karotten oder Sellerie und abgeerntete Spargelfelder reihen sich nebeneinander. Aber dann, urplötzlich stutzt das Auge des Betrachters.

Grüne Kugeln, so groß wie Handbälle wachsen an langen Trieben. Manche haben ein stärkeres, andere ein weniger starkes Netzmuster. Es sind Wassermelonen, genauer gesagt fränkische Wassermelonen. Auf einer Fläche von einem Hektar breiten sie sich aus. Das Feld gehört der Gärtnerfamilie Heilmann und zuständig für die saftig-grünen Rundlinge ist Opa Theo.

„Ich hab nicht gewusst, dass es an einer Pflanze männliche und weibliche Früchte gibt.“

Theo Heilmann Gärtner

Die stärker gemusterten sind männliche Früchtepflanzen, die anderen die weiblichen, erklärt er. Eine Erkenntnis die auch er erst seit kurzem erlangt hat. „Ich hab nicht gewusst, dass es an einer Pflanze männliche und weibliche Früchte gibt“, gesteht er freimütig ein. Der Geschmackstest erklärt einen weiteren Unterschied. Die Weiblichen, mit rotem festem Fruchtfleisch und kleinen braunen Kernen, sind saftig süß, ihre männlichen Pendants haben weißes Fruchtfleisch, fast schwarze Kerne und ihr Geschmack ist intensiv. In den Handel gehen nur die mit dem roten Fleisch, erklärt Theo Heilmann.

Die Idee, im Albertshöfer Gartenland den Melonenanbau zu versuchen, hatte Schwiegertochter Jutta Heilmann. Wie ihr Mann Jürgen ist sie immer auf der Suche nach neuen Ideen und startete im vergangenen Jahr einen Versuchsanbau im kleinen Stil. Der Versuch gelang, und die Heilmanns entschlossen sich in Sachen „fränkische Wassermelone“ Pionierarbeit zu leisten.

Eigens für den Anbau in dieser Region gezüchtete Samen wurden gekauft und ausgesät, und damit begann in Unterfranken erstmals der Anbau im größeren Stil. Vorher hatten sich die Heilmanns bei potenziellen Abnehmern nach deren Interesse erkundigt. Eine große Handelskette signalisierte, die Früchte abnehmen zu wollen.

Das Experiment gelang. Inzwischen sind rund 24 000 der handballgroßen Früchte herangewachsen und erntereif. Der Anbau der Melonen ist arbeitsintensiv, aber das hiesige Klima eignet sich für die Kultivierung dieser Pflanzen, und der Regen der vergangenen Wochen hat den natürlichen Durstlöschern nicht geschadet, erklärt Theo Heilmann. Den Früchten, die botanisch betrachtet ein Gemüse sind, sagen amerikanische Forscher sogar potenzsteigernde Wirkung nach.

Positiv hat sich die Hitzewelle im Juni auf das Wachstum ausgewirkt, sagt Heilmann. Und doch hat ihm das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Durch die anschließende Kühle verzögerte sich die Reife um drei Wochen. Der erhoffte Großabnehmer winkte ab. Melonen aus Spanien seien billiger, lautete eines der Argumente. Jetzt gilt es Abnehmer zu finden.

Dies ist laut Heilmann teils gelungen. Ein Lebensmitteldiscounter sei interessiert und auch im eigenen Hofladen sind die Melonen im Angebot. Ganz einfach ist es allerdings nicht, über 20 000 fränkische Melonen unters fränkische Volk zu bringen. Rund vier Wochen, schätzt Heilmann, kann er die Melonen noch anbieten, so lange dauert es, bis die letzten nachgereift sein dürften. Dann muss das Feld gerodet werden, denn Melonen sind einjährige Früchte.

Heilmann ist zuversichtlich, dass sich seine fränkische Melonen auf dem Markt durchsetzen und plant, auch im kommenden Jahr seinem Ruf als Melonenbauer wieder gerecht zu werden.

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