WÜRZBURG

Mut zur Inklusion

Behinderte und nicht behinderte Gastredner, eine gemischte Begleitband und ein ebenso gemischtes Publikum: Beim Fachtag „Mut zur Inklusion“ im Würzburger Felix-Fechenbach-Haus, veranstaltet vom Paritätischen Bezirksverband Unterfranken, wirkte die Inklusion wie selbstverständlich. In der Gesellschaft, meinte Andreas Selig, Leiter der Selbsthilfekontaktstelle beim Paritätischen Wohlfahrtsverband, sei man von diesem Ziel aber weit entfernt. „Inklusion ist nicht dann, wenn zehn Behinderte irgendwo was Besonderes kriegen“, so auch Angelika Eiler von der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke. „Sie ist dann gelungen, wenn man nichts mehr davon merkt.“

Insgesamt 40 Aktionen gab es am Donnerstag zur bayernweiten „Woche der Inklusion“. In Unterfranken etwa die gemeinsame Sport-Aktion „Wir erobern die Turnhalle“ in Würzburg. Anlass ist die UN-Behindertenrechtskonvention, die vor drei Jahren unterzeichnet wurde. „Bisher hat oft die Mehrheitsgesellschaft untereinander diskutiert, was für Behinderte gut ist“, so Selig. „Als Ergebnis hat man die Menschen separiert, statt sie einzubinden.“

Anlässlich der Aktionswoche haben der Paritätische Wohlfahrtsverband und die teilnehmenden Organisationen nun zehn Forderungen zur Inklusion aufgestellt. Eine der Wichtigsten: Behinderte als Experten einsetzen. Auch Migranten sind bei der Debatte um Inklusion eingeschlossen.

Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle hat am Aktionstag 41 Schulen mit der Urkunde „Schulprofil Inklusion“ ausgezeichnet. In Unterfranken sind das die Grundschulen Würzburg-Heuchelhof, Arnstein, Buchbrunn, Kitzingen-Siedlung und Thüngersheim. Gute Ansätze, aber noch zu wenig, meint Selig: „Bundesregierung und Landespolitiker versuchen, sich damit rauszuwurschteln. Sie sagen: Wir machen doch was.“ Aber für Inklusion müsse die ganze Gesellschaft umgebaut werden.

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