WÜRZBURG

Nach Suizid: Toter soll in den Iran zurück

Azar Rahsepar, die Schwester des toten Asylbewerbers, trauert an der Zimmertür ihres Bruders in Würzburg. Foto: Andreas Jungbauer

Nach dem Suizid eines Iraners in der Würzburger Gemeinschaftsunterkunft (GU) für Asylbewerber ist am Dienstag seine in Köln lebende Schwester eingetroffen. In der Ex-Kaserne ließ sie sich das Zimmer zeigen, in dem sich ihr Bruder in der Nacht auf Sonntag das Leben genommen hatte. Die Leiche des 29-Jährigen soll bald in den Iran überführt werden. „Mein Bruder war so verzweifelt hier. Er wollte unbedingt zurück in den Iran, um seine Eltern und seinen Sohn noch mal zu sehen“, sagte Azar Rahsepar im Gespräch mit unserer Zeitung. Dafür hätte er sogar drohende Strafen durch das Regime in Kauf genommen. Es sei im Sinne des Toten, dass er nun in den Iran zurückkehrt und dort beigesetzt werde. „Sein Sohn und seine Eltern warten auf ihn.“ Von seiner Frau war Mohammad R. bereits vor seiner Flucht im Jahr 2011 geschieden.

Die Überführung der Leiche wird voraussichtlich einige Tausend Euro kosten. Bezahlen kann dies die Schwester aus eigenen Mitteln nicht. Sie lebt seit eineinhalb Jahren in Deutschland, ist als Asylsuchende anerkannt. Die Caritas hat Unterstützung angeboten, kümmert sich um Organisation und Formalitäten. Azar Rahsepar und Caritas hoffen für die Überführung auf Spenden aus der Bevölkerung: Konto-Nr. 300 100 8, Liga Bank Würzburg (BLZ 750 903 00), Stichwort „Mohammad R.“.

Noch am Samstag hatte Azar Rahsepar mit ihrem Bruder telefoniert. Die schockierte Schwester hat keinen Zweifel: Mohammad R. sei aufgrund seiner Traumatisierung im Iran zermürbt gewesen von Ungewissheit, Perspektivlosigkeit und den Lebensumständen im Asylheim.

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