RODEN-ANSBACH

"Nationaler Frankentag": Anklage wegen Volksverhetzung

Symbolbild

Ein Neonazi-Fest in Roden-Ansbach (Lkr. Main-Spessart) im August vergangenen Jahres hat jetzt gerichtliche Folgen für einen 35 Jahre alten Mann, gegen den die Staatsanwaltschaft Würzburg Anklage beim Amtsgericht Gemünden erhoben hat. Wie die Anklagebehörde am Montag mitteilte, legt sie dem Mann im Zusammenhang mit dessen Auftritt am 13. August beim „4. Nationalen Frankentag“ in Roden-Ansbach Vergehen der Volksverhetzung, der Bedrohung sowie des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen zur Last.

Dem unter anderem wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorbestraften 35-Jährigen wird vorgeworfen, sich trotz der Verbüßung einer siebenjährigen Haftstrafe nicht von der rechtsradikalen Szene abgekehrt zu haben. Den Angaben zufolge soll er auf dem Fest in einer Rede die Würde der Opfer verletzt haben, „indem er öffentlich die nationalsozialistische Gewalt- und Willkürherrschaft gebilligt, verherrlicht und gerechtfertigt“ habe.

Darüber hinaus wird ihm zur Last gelegt, bei der Veranstaltung anwesende Journalisten bedroht zu haben, unter anderem mit den Worten „. . . wir werden eines Tages kommen, euch aus euren Löchern holen, euch vor einen Volksgerichtshof stellen und euch wegen Hochverrat Deutschlands verurteilen zum Tode!“ Außerdem habe er zum Hass gegen Teile der Bevölkerung aufgestachelt und zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen sie aufgefordert, schreibt die Staatsanwaltschaft in der Pressemitteilung. Abschließend wird dem Mann vorgeworfen, während seiner Rede ein T-Shirt mit dem deutlich erkennbaren Aufdruck „Seine Idee – unser Weg“ und der Signatur „Adolf Hitler“ getragen zu haben.

Bei der genehmigten Veranstaltung in Roden-Ansbach hatte ein Großaufgebot der Polizei seinerzeit dafür gesorgt, dass das Neonazi-Fest und zwei Gegendemonstrationen in dem kleinen Ort bei Marktheidenfeld friedlich verliefen. Während 150 Neonazis auf einer Wiese gefeiert hatten, hatten sich im Ort rund 300 Bürger unter dem Motto „Ansbach ist bunt“ versammelt und etwa 80 Linksextreme hatten an anderer Stelle demonstriert.

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