WÜRZBURG

Pegida-Gegner setzen auf Dialog

Nahezu jeden Montagabend befindet sich Würzburg seit Anfang Dezember im Ausnahmezustand: Auf der einen Seite demonstrieren die Anhänger von Pegida/Wügida, auf der anderen – getrennt durch massive Polizeikräfte – die Gegner. Um diesen „Demo-Wettbewerb“ zu beenden oder die Auseinandersetzungen zumindest zu entschärfen, macht das Bündnis für Zivilcourage der Anti-Islam-Bewegung jetzt ein Gesprächsangebot.

Das Bündnis für Zivilcourage ist ein Zusammenschluss von rund 60 demokratischen Parteien, Religionsgemeinschaften und Verbänden in der Region, die sich gegen Diskriminierung und Rassismus engagieren. Die Initiative teile die Sorge vieler Menschen in Würzburg und Umgebung um den „öffentlichen Frieden“ heißt es in einer Pressemitteilung, unterzeichnet von den Sprechern Harald Ebert und Burkhard Hose. Deshalb sei es an der Zeit, „auf der Basis unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung in einen Dialog über die unterschiedlichen Positionen einzutreten“.

Ebert und Hose laden die Organisatoren der Pegida-Demos, die in Würzburg und Umgebung zuhause sind, zu „einem moderierten Gespräch an einem neutralen Ort ein“. Sympathisanten, die von auswärts anreisen und von vielen Beobachtern als Wortführer betrachtet werden, will man nicht dabei haben. Bis kommenden Dienstag um 15 Uhr hofft man auf eine Rückmeldung per Mail und die Bekanntgabe von Namen.

Man wähle den Weg der öffentlichen Einladung über die Medien, „weil uns keine Ansprechpersonen auf Seiten der Würzburger Pegida bekannt sind“, schreiben Hose und Ebert. Bedingung für ein solches Gespräch sei, „dass auf Seiten der Pegida an diesem Dialogtreffen keine Angehörigen von NPD, dem früheren Freien Netz Süd oder rechtsradikalen Kameradschaften beteiligt werden“. Man erwarte darüber hinaus, dass sich die Pegida-Vertreter von Rechtsextremen und deren Gedankengut distanzieren.

Standpunkt: Angebot verdient Respekt

Des Weiteren schlägt das Bündnis vor, das Dialogtreffen von Personen „mit mediatorischen Fähigkeiten“ moderieren zu lassen. Pegida könne ebenso wie das Bündnis einen Vorschlag machen.

Unterdessen geht das Demonstrieren in Würzburg auch am kommenden Montag weiter. Unter dem Motto „NoWügida – Würzburg lebt Respekt“ startet um 17.30 Uhr am Hauptbahnhof der Würzburger „Toleranzspaziergang“, die Abschlusskundgebung findet am Unteren Markt statt. Für 19 Uhr ruft Pegida/Wügida im Internet zu einem „Spaziergang“ auf. Treffpunkt ist der Peterplatz.

Gleichzeitig laden für 19 Uhr die evangelische Dekanin Edda Weise und der katholische Dekan Jürgen Vorndran zu einem ökumenischen Friedensgebet in die Marienkapelle am Marktplatz ein. Das Gebet soll bis 9. März an jedem Montag stattfinden.

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