WÜRZBURG

Rätselraten über Brandursache bei Recotex

Blick in die Brandruine: Auch ein Kran ist zu einem unförmigen Klumpen zusammengeschmolzen.Foto: Schwarzott

Je näher man kommt, desto bissiger wird der Brandgeruch in der kalten Atemluft. Auch die Schäden zeigen sich deutlicher. Das Großfeuer vom Samstag im Würzburger Neuen Hafen hat im Produktionsbereich der Recotex Recycling GmbH ganze Arbeit geleistet. Mannsdicke Eisenträger sind von der Gluthitze verbogen oder teilweise geschmolzen. Der Hallenkran ist ebenfalls in sich zusammengestürzt.

Ansonsten herrscht Totenstille – wie auf einem Friedhof. Schnell wird deutlich, dass auf dem Gelände an der Friedrich-Koenig-Straße vor allem Ratlosigkeit herrscht. Vorsichtige Nachfragen werden mit einem Schulterzucken quittiert. Selbst der Inhaber und Firmengründer, Diplom-Ingenieur Hermann Mensing, muss nach einer Inspektion vom Sonntag zugeben: „Wir wissen noch nichts“, sagte er auf telefonische Anfrage im Firmensitz Gescher im Münsterland.

Auch die Experten sind nicht viel weiter. „Nach wie vor ist nicht klar, was zum Ausbruch des Brandes geführt hat“, schreibt die Würzburger Kriminalpolizei im Pressebericht. Die Kripo-Sachbearbeiter Würzburg haben am Montagvormittag den eingestürzten Teil der Halle von außen begutachtet. Das Betreten des Innenbereiches war wegen akuter Einsturzgefahr bislang nicht möglich.

Fotoserie

Großbrand bei Recotex

zur Fotoansicht
Am heutigen Dienstag wird ein Statiker zunächst prüfen, inwieweit das Gebäude überhaupt betreten werden kann. Erst danach können die Brandfahnder ihre Arbeit in der Ruine aufnehmen, heißt es weiter.Am Montag waren immer noch rund zehn Mitglieder der Berufsfeuerwehr zur Brandwache auf dem Gelände. Immer wieder wurden noch zwei Tage nach dem Feuer Glutnester entdeckt, teilte Einsatzleiter Elmar Lange mit.

Gelöscht wurde im Übrigen mit Main- und Trinkwasser. Auch Schaummittel benutzte die Feuerwehr zur Brandbekämpfung gegen die haushohen Flammen. Das funktioniere wie Spüli, klärt Elmar Lange auf. Die damit verdünnte Mischung könne tiefer in das Brandgut eindringen und erziele so einen besseren Effekt.

Fotoserie

Brand bei Recotex

zur Fotoansicht
Es war bereits das dritte Mal in diesem Jahr, dass die Feuerwehr zu Recotex anrücken musste. „Aber das waren alles unterschiedliche Sachen,“ so Herman Mensing. Im Sommer habe ein Feinstaubfilter durch Funkenbildung Feuer gefangen. In der vergangenen Woche ereignete sich der zweite Vorfall im Lager. Das Feuer sei ebenso schnell unter Kontrolle gewesen wie jenes im Sommer. Aktuell sei jetzt der Produktionsbereich in der rund 4000 Quadratmeter großen Halle betroffen. Eine Brandschutzmauer habe Schlimmeres verhindert.

Und wie geht's weiter? Inhaber Mensing geht davon aus, dass „wir wieder neu aufbauen“. Allerdings müsse erst einmal eine Bestandsmaßnahme veranlasst werden, bevor eine „seriöse Auskunft“ möglich sei.

Im Würzburger Werk werden hauptsächlich Kunststoffe recycelt, war weiter zu erfahren. Es handele sich meist um Materialien, wie sie auch mit den gelben Säcken entsorgt werden, sagte ein Mitarbeiter auf Nachfrage. Laut Recotex-Internetseite wird das Ganze zu Mahlgut auf bis zu zwölf Millimeter verkleinert und in große Säcke verpackt.

Fotoserie

Großbrand bei Recotex

zur Fotoansicht
Das Kuriose an diesem Einsatz war, dass viele Feuerwehrkameraden aus dem Landkreis – beispielsweise die Veitshöchheimer – direkt von ihrer Weihnachtsfeier zum Einsatz beordert wurden. Neben weiteren Hilfsdiensten wie THW, Rotes Kreuz, Malteser und Johanniter waren weit über 100 Feuerwehrler vor Ort, darunter allein die Freiwillige Feuerwehr Würzburg mit 52 Kräften. Erst am Montagabend waren alle Brandschützer abgezogen.

Schlagworte

  • Günther Hillawoth
  • Friedrich Koenig
  • Gesellschaften mit beschränkter Haftung
  • Recycling
  • Rotes Kreuz
  • Technisches Hilfswerk
  • mosaik
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
1 1
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!