SCHWEINFURT

Rotlichtprozess: Bordellchef drohte mit Selbstmord

Paukenschlag am bereits dreizehnten Tag im Prozess gegen einen ehemaligen Bordellbesitzer aus Schweinfurt: Der in Nürnberg in U-Haft einsitzende 38-Jährige hatte am Wochenende damit gedroht, sich in seiner Zelle zu erhängen. Diese Mitteilung der Justizvollzugsanstalt verlas Kammervorsitzender Erik Ohlenschlager am Montag der Öffentlichkeit.

Demnach habe der Angeklagte einen Notruf abgesetzt. Es gehe ihm schlecht, er werde sich erhängen, teilte er mit. Die Gefängnisleitung setzte sofort den medizinischen Dienst in Bewegung. Man fand den Mann in der Zelle unversehrt, aber mit einem Stück Stoff um den Hals. Das Landgericht reagierte und ordnete mangels psychiatrischer Abteilung in Nürnberg seine Verlegung nach Würzburg an. Auf Nachfragen des Gerichts räumte der Angeklagte ein, dass die Suizidandrohung weniger mit den Vorwürfen, sondern mit den angeblich schlechten Haftbedingungen zu tun hätten.

Zweite Überraschung: Einer seiner zwei Anwälte kündigte eine „Einlassung“ des bisher schweigenden 38-Jährigen am nächsten Prozesstag am 27. März an. Der Ex-Bordellchef ist wegen Freiheitsberaubung und schwerer Körperverletzung zu Lasten von mindestens acht Prostituierten angeklagt, die bei ihm arbeiteten.

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