WILHELMSDORF/HAGENBÜCHACH

Schulterschluss für Ausbau von Windenergie

Gemeinsam für die Energiewende: Zwei neue Bürgerwindkraftwerke mit jeweils 2000 Kilowatt Leistung und rund 180 Meter Gesamthöhe besuchten (von rechts) Projektleiter  Marcus  Dornauer, LBV-Vorsitzender Ludwig Sothmann, Umweltminister Markus Söder und DNR-Präsident Hubert Weinzierl.
Gemeinsam für die Energiewende: Zwei neue Bürgerwindkraftwerke mit jeweils 2000 Kilowatt Leistung und rund 180 Meter Gesamthöhe besuchten (von rechts) Projektleiter Marcus Dornauer, LBV-Vorsitzender Ludwig Sothmann, Umweltminister Markus Söder und DNR-Präsident Hubert Weinzierl. Foto: Heinz Wraneschitz

Im Rahmen einer deutschlandweit ausgeschriebenen Pressefahrt in den Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim informierte der Deutsche Naturschutzring (DNR) über „natur- und umweltverträglichen Ausbau der Windenergie an Land“. Mit dabei: Bayerns Umweltminister Markus Söder (CSU).

„Wir sind für Umweltschutz zuständig und dürfen das“: Markus Söder ist fest entschlossen, seine am vergangenen Freitag verkündeten, windkraftfreundlichen Umweltschutzregeln durchzusetzen.

Drei statt bislang durchschnittlich zehn Monate dauernde Genehmigungsverfahren; eine „Positivliste“, die Windkraftwerke (WKW) in 90 Prozent der Freistaatsfläche grundsätzlich zulässt; eigene Lärmgutachten nur noch dann, wenn Windräder näher als 800 Meter an der Wohnbebauung errichtet werden sollen; eine Schutzliste, auf der nur noch 26 Vogel- und acht Fledermausarten statt bisher 386 Tierarten stehen: Da wären bis vor einem Jahr wohl viele Umwelt- und Naturschützer auf die Barrikaden gegangen.

Doch nach dem Kernkraft-Super-GAU in Japan scheint alles anders: „Für mich war Fukushima das Erlebnis.“ Seither macht sich der Minister für die Energiewende vor allem bei Strom stark: Raus aus Kernkraft und Kohle, rein in Wind, Sonne, Wasser, Bioenergie, „viele Bausteine also.“

Und weil Söder weiß, „Wind führt immer zu Ärger, allerdings nur dann, wenn der Standort problematisch ist“, hat er sich mit den im DNR vereinten Umweltverbänden Bund Naturschutz (BN) und Landesbund für Vogelschutz (LBV) an einen Tisch gesetzt. Die loben denn auch, was das Umweltministerium seit letzten Freitag als Handreichung an die bayerischen Kommunen verteilt: „Das trifft den Kern. Wer sich an die Kriterien für Windkraftplanung hält, wird kaum Probleme mit Naturschützern bekommen“, lobt zum Beispiel LBV-Artenschutzreferent Andreas von Lindeiner.

LBV-Vorsitzender Ludwig Sothmann gibt zu: Auch die Naturschützer hätten ihr Aha-Erlebnis gehabt. „Jetzt ist für uns das Klimaproblem die größte Sorge, und wir sind klar für die Energiewende. Inzwischen haben sich auch viele neue technische Möglichkeiten ergeben“, zum Beispiel um nachts Windkraftanlagen abzuschalten und so Fledermäuse zu schützen.

Der BN sieht sich schon länger auf diesem Weg. „Wir waren schon bei der ersten WKA Bayerns in Sellanger im Frankenwald dabei“, erklärt BN-Vize Sebastian Schönauer sichtlich stolz. So ist es kein Wunder, dass der BN-Kreisverband Neustadt/Aisch sich für die zurzeit mitten im 80 Jahre alten Kiefernwald bei Wilhelmsdorf entstehenden Bürgerwindkraftwerke engagiert.

Die beiden Maschinen mit je 119 Metern Nabenhöhe sollen zusammen über elf Millionen Kilowattstunden Strom jährlich produzieren. Das ist mehr, als im Ort gebraucht wird, hat Bürgermeister Werner Friedrich ausgerechnet.

Markus Söder sieht solche, von Bürgern finanzierten Projekte auch als Möglichkeit, die Proteste vor Ort zu reduzieren. Doch „entschieden wird in der Kommune“, stellt er klar. Noch ein Grund, warum die Naturschutzverbände laut DNR-Chef Hubert Weinzierl „die Energiewende freundlich unterstützen.“

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