SCHWARZE PFÜTZE

Schwarze Pfütze: „Keine Anzeichen für Brandstiftung“

Eindeutig festgestellt wird die Identität des Todesopfers beim Brand im ehemaligen Gasthof Schwarze Pfütze (Lkr. Bad Kissingen) erst mit einer Obduktion im Laufe dieser Woche. Schon jetzt aber ist ziemlich sicher, dass es sich um den langjährigen Betreiber der Gaststätte handelt. Der 70-Jährige hatte nach Angaben von Anwohnern mit seinem Sohn in dem historischen Anwesen gewohnt, das in der Nacht zum vergangenen Samstag von einem Feuer schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Nach wie vor nicht festlegen will sich die Polizei bei der Frage nach der Ursache. Die Brandermittler hätten eine Tendenz, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums am Montag. Es seien aber noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschlossen. Eine Festlegung traf der Sprecher aber doch: „Derzeit gibt es keinerlei Anzeichen für vorsätzliche Brandstiftung.“

Auch zum Schaden gab es am Montag keine konkreten Zahlen. Allerdings fielen der gesamte Dachstuhl und das Obergeschoss den Flammen zum Opfer. Feuerwehrleute gingen davon aus, dass das historische Gebäude nicht mehr erhalten werden kann. Nach Angaben der Polizei vom Wochenende hatte der 49-jährige Sohn des Todesopfers das Feuer am Freitag gegen 21.50 Uhr entdeckt und mit einem Feuerlöscher noch zu bekämpfen versucht. Als das misslang, habe sich der 49-Jährige noch ins Freie retten können. Der Vater schaffte es offensichtlich nicht mehr. Die Leiche des zunächst Vermissten konnte erst am Samstagmorgen geborgen werden.

Der 70-Jährige hatte die knapp 200 Jahre alte Schwarze Pfütze – Eigentümer war sein im Ausland lebender Bruder – seit 1976 betrieben. Lange Zeit war das Anwesen Gasthaus. Weil sich das aber immer weniger rentierte, ließ sich der Betreiber Neues einfallen. Er wollte aus dem Haus, das im 19. Jahrhundert auch Poststation war und in den 1950ern Kulisse für einen Heimatfilm, einen Swinger-Club machen. Vier Jahre währte der Rechtsstreit, der bis vors Bundesverwaltungsgericht ging. Der Betreiber gewann. Die Schwarze Pfütze hieß ab 2004 für drei Jahre Swinger-Club Rio. Es folgte ein Auf und Ab aus langem Leerstand, kurzen Neuanläufen und Verkaufsversuchen. Die Schwarze Pfütze kam wirtschaftlich nicht wieder auf die Beine.

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