ELSENFELD

Schweineblut-Attacke: Kritik von Islamrat und SPD an Justiz

Das Verhalten der Aschaffenburger Staatsanwaltschaft nach der Besudelung des Rohbaus einer Moschee in Elsenfeld (Lkr. Miltenberg) mit Tieraugen und Schweineblut stößt bei SPD und Islamrat auf heftige Kritik. Mit Vorgeschichte der Schweineblut-Attacke .

Der beschmierte Neubau in Elsenfeld. FOTO YAVUZ GÜZEL/TDKV e.V.
Es sei „unsäglich“ und stehe in schlechtester deutscher Justiztradition, dass die Ermittlungsbehörde hier „keinerlei“ extremistischen Hintergrund sehe, sagte der rechtspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Franz Schindler, am Dienstag in München. Wenn diese Verunreinigung eines künftigen islamischen Gebetshauses als „ganz normale Sachbeschädigung“ gewertet werde, frage man sich, was eigentlich passieren müsse, damit nach einem extremistischen Hintergrund ermittelt werde.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gelten vier Männer im Alter von 21 bis 25 Jahren als Täter. Zwei von ihnen haben bereits gestanden. Als Motiv für die Tat gaben sie laut Polizei an, kein Verständnis für die Baugenehmigung für die muslimische Gebetsstätte zu haben. Staatsanwältin Irene Singer sagte, es habe sich bei dem Gebäude um ein säkulares Kulturzentrum gehandelt. Die Gebetsräume seien ja noch gar nicht in Betrieb gewesen. Und selbst wenn die Moschee bereits genutzt worden wäre, sei es fraglich, ob dies an ihrer Einschätzung der Tat etwas ändern würde, so Singer.

Der Vorsitzende des Islamrates für die Bundesrepublik Deutschland, Ali Kizilkaya, zeigte sich „irritiert“ über die Aussagen der Staatsanwältin. Schließlich hätten doch zwei der Tatverdächtigen selbst zugegeben, dass ihre Missbilligung des Moscheebaus das Motiv für ihre Tat gewesen sei. Ihm stelle sich die Tat als „sehr durchdacht und nicht spontan“ dar.

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