WÜRZBURG

Sportprofessor Harald Lange legt Berufung ein

Der Streit um die Ablösung von Professor Harald Lange als Leiter des Uni-Sportzentrums wird auch vier Jahre später die Juristen beschäftigen. Das Verwaltungsgericht Würzburg hatte kürzlich die Klage des Wissenschaftlers gegen seine Abberufung durch die Uni-Leitung abgewiesen. Wie diese Zeitung erfuhr, will Lange das nicht akzeptieren. Er geht im Rechtsstreit in die nächste Runde vor den Verwaltungsgerichtshof in München.

„Das Schreiben ist am 11. Dezember eingegangen“ sagte Monika Kolenda, Pressesprecherin des Verwaltungsgerichts. Lange bestätigte den Schritt: „Das stimmt.“ Inhaltlich will er sich zu dem Schritt nicht äußern.

Der Professor war seit seiner Berufung 2009 zunächst in Personalunion Leiter des Sportzentrums und Inhaber des Lehrstuhls für Sportwissenschaften, zuständig für rund 1200 Studenten. 2011 war er wegen unterschiedlicher Auffassungen über Schwerpunkte der Ausrichtung des Sportzentrums mit der Uni-Leitung in Streit geraten. Als er sich aus Sicht der Führung uneinsichtig zeigte, wurde er des Amtes enthoben. Die Uni hielt dies für notwendig, „um die zentralen Aufgaben des Sportzentrums sicherzustellen“.

Viele Beschwerden

Dagegen hatte Lange – der inzwischen auch ein Institut für Fanforschung gegründet hatte – 2012 eine einstweilige Verfügung zu erwirken versucht. Nach deren Scheitern klagte er vor dem Verwaltungsgericht Würzburg. Dort kam zur Sprache, wie stark seine Berufung 2009 die Lehrenden und Lernenden in Fans und Feinde polarisiert hatte. Uni-Präsident Alfred Forchel sagte im Zeugenstand, dass 2011 „in ungewöhnlichem Umfang Klagen“ über Lange bei der Uni-Leitung eingegangen seien. In einem offenen Brief hätten beispielsweise 300 Studenten die Hochschulleitung um Hilfe gebeten.

Uni: „Lange uneinsichtig“

Auch bei den zwei zuständigen Münchner Ministerien (Kultus und Wissenschaft) seien Klagen angekommen. „Eine Überprüfung der Einstellungspolitik für Stellen des Sportzentrums“ habe ergeben, dass „kontinuierlich und vermehrt Personal eingestellt worden sei, das nicht die Anforderungen nach der Verordnung über die Einstellungsvoraussetzungen für Lehrkräfte für besondere Aufgaben erfülle“, hieß es im Verwaltungsgericht. Im Kern sei es darum gegangen, dass der Leiter des Sportzentrums bei der Einstellung von Mitarbeitern den Akzent stark auf wissenschaftliche Forschung legte. Dadurch wurde die Befürchtung immer lauter, die Ausbildung von Sportlehrern komme zu kurz.

Nachdem Lange sich aus Uni-Sicht in Gesprächen „uneinsichtig“ zeigte, entzog die Unileitung ihm die Leitung des Sportzentrums. Umgehend wurde ein Nachfolger bestimmt. Lange „sei nicht in der Lage gewesen, das Lehrangebot zur Basisqualifikation für Studierende der Lehramtsstudiengänge Grund- und Hauptschulen über das Sportzentrum sicherzustellen“, heißt es in den Dokumenten des Gerichts.

Harald Lange sah in der Abberufung einen Eingriff in die Freiheit der Wissenschaft. „Die Entscheidung der Hochschulleitung, dem Kläger die Leitung des Sportzentrums zu entziehen, war auf sachliche Gründe gestützt“, urteilten dagegen die Würzburger Richter. Nun müssen sich die Richter des Verwaltungsgerichtshofes in München ein Urteil bilden.

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