SCHWEINFURT

Staatsempfang für Unterfrankens Fluthelfer in Schweinfurt

Es war ein Anblick, wie ihn die Bevölkerung üblicherweise nur bei „Großschadensereignissen“ zu sehen bekommt: Autos und Transporter von Feuerwehr, Hilfsdiensten, Bundeswehr und Polizei reihten sich am Mainufer, ganze Helferkolonnen rückten aufs „Konferenzzentrum Maininsel“ in Schweinfurt vor. Das wurde regelrecht „geflutet“.

Der Anlass war dennoch erfreulich: Als Zeichen der Anerkennung und Dankbarkeit luden Staatsregierung und Landtag die unterfränkischen Helfer bei der Hochwasserkatastrophe 2013 zum Staatsempfang ein.

Eine Powerpoint-Präsentation zeigte Impressionen vom Katastropheneinsatz. Regierungsvizepräsident Andreas Metschke begrüßte die rund 1000 Gäste und zahlreiche Honoratioren: Behörden und Politik waren hochkarätig vertreten, von der Europa- über die Bundes- bis zur Kommunalebene. Ebenfalls mit dabei: die fränkische Weinkönigin Marion Wunderlich. Außerdem natürlich die Geehrten: von Polizei, Feuerwehren, Bayerischem Roten Kreuz (BRK), Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Johanniter-Unfall-Hilfe, Malteser Hilfsdienst, Deutscher Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), THW, Luftrettungsstaffel, Bundeswehr, Sicherheitswacht, aber auch private Helfer.

Unterfranken schätze „kurze Reden und lange Bratwürste“, sagte Innenstaatssekretär Gerhard Eck in seiner Laudatio launig, kam aber rasch auf den ernsten Anlass zurück: Das Ausmaß der Schäden in den Flutgebieten werde erst jetzt sichtbar. Unterfränkische Helfer hätten bei Passau, Deggendorf, Rosenheim und im Salzlandkreis (Sachsen-Anhalt) teilweise „rund um die Uhr und bis zur totalen Erschöpfung gearbeitet“.

Als Zeichen der Anerkennung wurde ein neu geschaffenes Abzeichen „Fluthelfer 2013“ sowie eine Dankesurkunde verliehen: „Ganz Bayern ist dankbar für Ihr großartiges Beispiel gelebter Solidarität“, sagte Eck.

Hier habe sich der Wert der Feuerwehr-Neuanschaffungen gezeigt, allein in Unterfranken habe man dafür 15,8 Millionen Euro investiert. Ebenso, dass Bundeswehr-Standorte in der Fläche nicht zu sehr ausgedünnt worden seien. „Den Flutopfern konnte hier wie in keinem anderen Land unter die Arme gegriffen werden“, sagte der Innenstaatssekretär. Mit 470 000 Mitarbeitern bei den Feuerwehren und Hilfsorganisationen, davon 450 000 Ehrenamtlichen, sei Bayern ebenfalls an der Spitze: Nirgends sonst in der Republik fände man so viel Gemeinschaftssinn.

Die räumliche Trennung von Geehrten und Ehrengästen beim Buffet, wie sie das Protokoll vorsah, ein jovialer Innenstaatssekretär Eck wollte sie nicht zulassen: „Wir gehören alle zusammen, reden miteinander“ – alle Anwesenden seien Ehrengäste: Applaus.

Stellvertretend geehrt wurden:

Harald Eisenhut vom ASB, der im Katastrophengebiet Wörth an der Donau im Einsatz war. Georg Hein vertrat den BRK, mit Einsatz bei Deggendorf, inklusive Bergwacht Rhön-Spessart. Dort war auch die Wasserwacht des BRK mit 30 Helfern vor Ort, vertreten durch Bernhard Scheckenbach.

Bianko Neumann nahm die Auszeichnung für das Instandsetzungsbataillon 466 und das Logistikbataillon 467 (Volkach) sowie das Jägerregiment 1 (Hammelburg) der Bundeswehr entgegen, die mit 530 Männern und Frauen an der Magdeburger Elbe Unterstützung leistete. Lukas Mauder repräsentierte 70 DLRG-Wasserretter, vor Ort bei Rosenheim und Magdeburg. Stefan Adrian war einer von 2600 Feuerwehrleuten, die in Unterfranken selbst im Einsatz waren.

Das Feuerwehrhilfeleistungskontingent Aschaffenburg trat in Passau, das Pendant aus Miltenberg in Barby (Sachsen-Anhalt) an, für die 500 Einsatzkräfte kam Christian Brenner nach vorn. Die Johanniter-Unfall-Hilfe (Vertreter: Uwe Kinstle) evakuierte das Africa-Festival in Würzburg. Der Malteser-Hilfsdienst (Dieter Helmerich) schickte 60 Helfer nach Deggendorf und Straubing. Rund 200 Beamte der III. Bereitschaftspolizei-Abteilung Würzburg und das 11. Ausbildungsseminar waren in Landshut, Regensburg und Deggendorf vor Ort (vertreten durch Jürgen Appel).

Roland Orth, Mitarbeiter im Gewerbeaufsichtsamt der Regierung, engagierte sich privat in der Hochwasserhilfe Passau, und wurde stellvertretend für andere „Freiwillige“ an Donau und Elbe gewürdigt. Ebenso Katrin Brendolise, eine von 530 Helfern des THW aus den Raum Karlstadt und Bamberg – das in Grimma, Freising, Passau, Deggendorf und Landshut gegen die Fluten gekämpft hat. FOTO: ue

Staatsempfang Foto: Eichler
Staatsempfang für Unterfrankens Fluthelfer Foto: Eichler

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