Standpunkt: Höchste Zeit für solide Forschung

Sollen Erben nur deshalb leer ausgehen, weil sie das Pech hatten, dass die Kunst, die ihren Vorfahren geraubt wurde, in einer privaten Sammlung gelandet ist? Andererseits: Auf welcher Grundlage soll ein heutiger Eigentümer gegen geltendes Recht zur Herausgabe von Bildern bewegt werden?

Politik und Gesetzgeber überlassen die Kontrahenten bei diesem Thema weitgehend sich selbst. Schließlich herrscht ja Rechtssicherheit. Was aber ist mit einer moralischen Verpflichtung der Nachgeborenen?

Die Diskussion trifft viele Museen unvorbereitet. Das wird sich ändern müssen. Ausgleich oder zumindest Anerkennung von erlittenem Unrecht – wie immer das aussehen mag – kann nur auf der Basis solider Forschung geleistet werden. Träger und Zuschussgeber von Museen und Sammlungen – egal, ob privat oder öffentlich – täten also gut daran, künftig den nicht zu unterschätzenden Posten „Provenienzforschung“ fest einzuplanen. Dann müssten sie sich auch nicht immer wieder neuen Enthüllungen von außen stellen.

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  • Mathias Wiedemann
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