Standpunkt: Rätselraten statt Diagnose

Demnächst muss man kein Hypochonder sein, um beim Bereitschaftsarzt Angst zu bekommen: Die Vorstellung, dass der Mann in Weiß mit dem Stethoskop mehr experimentiert als abhorcht und die Diagnose mehr rät als stellt, erschreckt auch gemütsstabile Zeitgenossen. Dass bald statt des Hausarztes der Pathologe Hand an den hustenden Patienten legt, ist ja nicht unwahrscheinlich: Künftig wird jeder zehnte bayerische Bereitschaftsarzt aus einer Fachgruppe kommen, die zuvor wegen ihres Spezialisierungsgrads dienstbefreit war. Die Kassenärztliche Vereinigung muss auf diese Mediziner entweder verzichten oder sie besser nachqualifizieren. Tut sie es nicht, werden Patienten vor lauter Angst, den Anfänger zu erwischen, statt des Bereitschaftsarztes gleich den Notarzt anrufen – so lange, bis dort das System kollabiert.

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  • Gisela Rauch
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