LKR. MAIN-SPESSART

Umkämpft: Gemünden und Arnstein

Melanie Kaufhold ist für die SPD wie ein Sechser im Lotto

In zwei der sieben Städte in Main-Spessart – Arnstein und Gemünden – herrscht Hochspannung am 16. März, in Lohr ist es zumindest spannend. Im Werntal sorgt das im Landkreis einzige Duell zweier Frauen für Brisanz: Bürgermeisterin Linda Plappert-Metz (CSU) hat mit Anna Stolz eine starke Gegenkandidatin. Die 31-jährige Juristin wird von vier Gruppierungen getragen. Fraglich ist, ob der Rückhalt der 56-jährigen Amtsinhaberin in den ländlichen Stadtteilen und in der eigenen, gespaltenen CSU stark genug ist, um ein drittes Mal gewählt zu werden.

In Gemünden wagt keiner so recht eine Prognose, welcher der vier Kandidaten in die Stichwahl gehen wird. Manche zweifeln gar, ob der bisweilen ungeschickt agierende Bürgermeister Georg Ondrasch (Freie Wählergemeinschaft) dann noch mit von der Partie ist. Mit Jürgen Stich (CSU) und Jürgen Lippert (Bündnis für Bürgernähe) treten zwei erfahrene Stadträte gegen ihn an, mit Inge Albert, getragen von einem Dreier-Bündnis, die ehemalige Tourismus- und Kulturamtschefin der Drei-Flüsse-Stadt. In Lohr, in Marktheidenfeld und in der Kreisstadt Karlstadt analysieren kritische Beobachter miteinander vergleichbare Ausgangssituationen: Die Rathauschefs dort haben zwar keine großartigen Impulse gesetzt, auf der anderen Seite aber auch keine gravierenden Fehler gemacht. Und alle drei müssen sich gegen jüngere Bewerber behaupten.

Das Duell in Lohr scheint offen zu sein: Amtsinhaber Ernst Prüße gegen Polit-Neuling Mario Paul, der 56-jährige Bürgermeister gegen den 38-jährigen Politikwissenschaftler, der etablierte Schwarze gegen den grün-roten Herausforderer, der vor zwei Jahren zugezogen ist und inzwischen Wurzeln geschlagen hat.

Eine Überraschung wäre es, wenn CSU-Kandidat Christian Menig (39) in Marktheidenfeld Helga Schmidt-Neder (56) von den Freien Wählern aus dem Amt drängen würde. Schmidt-Neder hat sich in ihrer ersten Amtszeit mit Bürgernähe Sympathien erworben. Menig ist als CSU-Fraktionschef im Stadtrat inhaltlich noch reichlich blass geblieben.

Paul Kruck in Karlstadt dürften seine drei Gegenkandidaten in die Stichwahl zwingen. Doch hat keiner von ihnen Stadtratserfahrung. Armin Beck (Grüne) hat mit seinem Einsatz gegen die B 26 neu ein Alleinstellungsmerkmal, Martha Bolkart-Mühlrath (SPD) ist vor allem als Leiterin der Musikschule Arnstein in Erscheinung getreten und der Lehrer Florian Burkard (CSU) tritt gar mit dem Handicap an, dass er wegen einer Kopfverletzung nach einem kreislaufbedingten Sturz im Wahlkampf außer Gefecht gesetzt ist.

Landrat Thomas Schiebel (55) hat sich in sechs Amtsjahren als solider Verwalter des Landkreises gezeigt. Die CSU schickt mit Sabine Sitter (38) eine politisch relativ unerfahrene Kandidatin ins Rennen, um sie möglicherweise für die nächste Wahl aufzubauen. Pirat Jürgen Neuwirth, der für die „Sonstigen“ – ein Bündnis von Piraten, ÖDP und Die Linke – antritt, könnte als dritter Bewerber dafür sorgen, dass Schiebel und Sitter in die Stichwahl müssen.

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