WÜRZBURG

Uniklinik trauert um Kurt Kochsiek

Prof. Kurt Kochsiek Foto: Uniklinikum

(Rö.) Der Herzspezialist und Internist Professor Kurt Kochsiek ist am 3. Dezember im Alter von 83 Jahren gestorben. Er war von 1994 bis 1997 Ärztlicher Direktor des Würzburger Universitätsklinikums. Dort ist die Betroffenheit groß über den Tod des renommierten Mediziners.

„Das Würzburger Universitätsklinikum und die Medizinische Fakultät verlieren in Kurt Kochsiek einen steten Förderer von Wissenschaft und Lehre und einen großen Arzt“, würdigte am Montag Professor Georg Ertl, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik, die Verdienste des Verstorbenen.

Kochsiek habe eine schlagkräftige und moderne Kardiologie an der Medizinischen Klinik aufgebaut und sich entschieden für die Einrichtung der Herzchirurgie eingesetzt. „Dennoch war seine Betrachtung des Patienten immer ganzheitlich“, so Ertl. Kochsiek war der erste Sprecher des Sonderforschungsbereichs „Pathophysiologie der Herzinsuffizienz“ und habe damit entscheidend zur wissenschaftlichen Entwicklung am Universitätsklinikum und der Medizinischen Fakultät beigetragen.

Kurt Kochsiek wurde in Oerlinghausen/Lippe als Sohn eines Arztes geboren. Er machte in Detmold Abitur und studierte von 1950 bis 1955 Medizin in Mainz, Göttingen, Zürich und in Heidelberg. Nach der Promotion 1956 folgte der Wechsel an die Medizinische Universitätsklinik Göttingen. Mit 32 Jahren habilitierte sich Kochsiek und wurde 1968 außerordentlicher Professor. 1973 folgte er einem Ruf auf einen Lehrstuhl für Innere Medizin der Universität Tübingen.

1980 wechselte er nach Würzburg auf den Lehrstuhl für Innere Medizin als Direktor der Medizinischen Klinik. Hier fand er für die kommenden 20 Jahre die Basis für seine weitere klinische, wissenschaftliche und wissenschaftspolitische Tätigkeit. An der Universität Würzburg war Kochsiek außerdem von 1989 bis 1991 Dekan der Medizinischen Fakultät, von 1993 bis 1998 Sprecher des Sonderforschungsbereiches 355.

Neben dem persönlichen Engagement für seine Patienten war es ihm ein großes Anliegen, die Innere Medizin in ihren Schwerpunkten zu fördern, ohne den ganzen Menschen aus den Augen zu verlieren. Von Haus aus Kardiologe, war Kurt Kochsiek auch ein Repräsentant der Inneren Medizin und vertrat immer energisch, dass der Blick über den Tellerrand der internistischen Subdisziplinen in Patientenversorgung, Lehre und Forschung nicht nur nützlich, sondern essenziell sei.

Kurt Kochsiek verfasste über 450 wissenschaftliche Arbeiten und gab mehrere Lehrbücher der Inneren Medizin heraus. Für sein medizinisches Wirken erhielt er zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen.

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