IPHOFEN

Wer den Franken Wasser in den Wein gießt

Haben gut lachen: In Iphofen stellten sich beim Festakt „Franken – Wein.Schöner.Land!“ zum Gruppenfoto (von links): Weinbaupräsident Artur Steinmann, Landtagspräsidentin Barbara Stamm, Christl und Bernhard Schlereth, Weinkönigin Christin Ungemach, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sowie Laudator Volker Heißmann. Foto: Norbert Hohler

Was Auszeichnungen betrifft, hat Bernhard Schlereth derzeit einen Lauf: Im November wurde der Präsident des Fastnacht-Verbandes Franken (FVF) mit dem Frankenwürfel geehrt, wenig später erhielt der Veitshöchheimer als Initiator und Chef des erneuerten Fastnacht-Museums in Kitzingen den Kulturpreis der Weinhandelsstadt. Und jetzt darf sich der 62-Jährige auch noch über den Weintourismus-Preis 2015 freuen, der ihm am Freitag beim Festakt in Iphofen (Lkr. Kitzingen) überreicht wurde.

Gut aufgelegt in der Knauf-Halle war Laudator Volker Heißmann, der mit Schlereth seit 18 Jahren in Veitshöchheim bei „Fastnacht in Franken“ zusammenarbeitet. „Das Erfolgsgeheimnis ist, dass wir zu einer Familie zusammengewachsen sind. Und das hat der Bernhard geschafft.“ Seine Idee waren auch Reisepakete rund um die Sendung, der Fastnachtsschoppen, der Neubau des Deutschen Fastnacht-Museums in Kitzingen. „All das ist beste Werbung für Franken. Deshalb hat niemand den Preis mehr verdient als er.“

Der Gelobte dankte allen Unterstützern, insbesondere für die Umsetzung des 4,5-Millionen-Projekts Museum. „Es macht mich froh, wenn im Gästebuch steht: Danke für den Regentag, sonst hätten wir dieses wunderbare Haus nicht erlebt“, zitierte der 62-Jährige. „Wenn ich gesund bleibe, habe ich noch viel vor.“

Seit 2007 wird die Kampagne „Franken – Wein.Schöner.Land!“ in Iphofen präsentiert – und mit ihr die im Volksmund „rote Bibel“ genannte Broschüre mit ausgesuchten Reisezielen der Kombination Wein und Frankenland. Zum Start waren es 111 Angebote, in diesem Jahr sind es 241 – das Konzept greift, wie Innenminister Joachim Herrmann betonte, der Präsident des Tourismusverbandes Franken. „Das Geheimnis liegt in der ständigen Weiterentwicklung“, so der Minister, die Franken müssten sich angewöhnen, Gutes zu tun und darüber auch zu reden, „auch wenn es ihnen nicht gerade im Blut liegt, sich aufzuplustern.“ Die Dezember-Zahlen lagen noch nicht vor – aber bis dahin hatte Franken (zwei Prozent) doppelt soviel Zuwachs an Übernachtungen wie Bayern insgesamt. „Es gab in Franken 100 000 Übernachtungen von Chinesen. Bei einer Milliarde Menschen ist das Potenzial also noch groß.“

Ein wenig Wasser in den Wein goss Professor Bernd Eisenstein aus Heide. „Als Marke ist das Reiseziel Fränkisches Weinland im bundesweiten Vergleich nicht etabliert, nur ansatzweise messbar.“ Bei 17 000 Befragten hätten nur 50 Personen das Weinland als mögliches Reiseziel genannt.

Anders sei die Sache, wenn man nur Weinregionen vergleicht: Da liegt die Mosel zwar weit vorn, aber die Pfalz in erreichbarer Nähe. „Und von den Gästen, die bei Ihnen im Weinland waren, gab es hohe Sympathiewerte“. 85 Prozent können sich vorstellen, wiederzukommen, zumal auch im Bereich Kulinarik die Anerkennung hoch ist. „Es ist ein Glücksfall, dass Sie Tourismus und Wein verbinden können.“ Mit Zuckerrüben etwa gehe das gar nicht, und selbst mit Bier nur sehr bedingt.

Ausgezeichnete Betriebe im Fränkischen Weinland

Das Fränkische Weinland zeichnet Be- triebe mit hohem Qualitätsanspruch aus, Kategorie „Gästeführer Weinerlebnis Franken“: Magdalena Döblinger (Heßdorf), Margitta Dosch-Sebold (Eisenheim), Brigitte Schimpel (Würzburg), Trio Dettelbach, Claudia Schönmüller (Güntersleben). „Restaurants“: Alter Esel (Marktbreit). „Gasthäuser und Weinstuben“: Rotes Roß (Markt Einersheim), Häckerstube Braun (Fahr), Weinstube Rebhann (Oberschwarzach), WeinBistro (Volkach). „Zu Gast beim Winzer“: Ilmbacher Hof (Iphofen), Weinart-Vinotel (Wiesenbronn). „Wein&Winzer“: Weingut Clemens Fröhlich (Escherndorf), Bay. Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (Veitshöchheim). Neue Rubrik „Jungwinzer“: Daniel Sauer (Escherndorf), Ilonka Scheuring (Margetshöchheim), Johannes Zang (Sommerach), Markus Schmachtenberger (Randersacker), Christine Pröstler (Retzbach). „terroir f“: Sommerhausen.

Weitere Informationen bei: Franken-Tourismus, Postfach 44 04 53, 90 20 9 Nürnberg, Tel. (09 11) 94151-15 und im Internet: www.frankentourismus.de

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