Wie Frauen besser vorsorgen können

Die Deutsche Rentenversicherung Nordbayern bietet eine Beratung zur Altersvorsorge an. Pressesprecherin Claudia Weidig klärt darüber auf.

Frage: Was bringt eine Rentenberatung zur Altersvorsorge?

claudia Weidig: Wir überprüfen zunächst einmal den Istzustand. Welche Rente werde ich bekommen? Welche Sparverträge gibt es? Sind Immobilien vorhanden? Wir sehen uns als Wegweiser beim Thema Altersvorsorge. Allerdings erhält man von der Deutschen Rentenversicherung keine Produktempfehlungen. Aber wir weisen auf die Möglichkeiten der staatlichen Förderung hin, wie auf die Riester- und Rürup-Rente.

Warum bekommen Frauen oft eine viel geringere Rente als Männer?

Weidig: Die Rente ist beitragsabhängig. Der Beitrag hängt von der Höhe des Bruttoverdienstes ab. Egal ob Mann oder Frau – so werden zum Beispiel bei Teilzeitarbeit niedrigere Beiträge gezahlt als bei einem Vollzeitjob, das wirkt sich auch auf die Rentenhöhe aus. Aber es gibt in der Rentenberechnung unter bestimmten Voraussetzungen eine Anhebung der gezahlten Pflichtbeiträge, wenn man gleichzeitig Kinder erzieht.

Wie viel Rente bekomme ich für meine Kinder?

Weidig: Für Kinder, die ab dem 1. Januar 1992 geboren wurden, werden drei Jahre Kindererziehungszeit (für vor 1992 geborene Kinder derzeit noch ein Jahr, Gesetzesänderung „Mütterrente“ in Aussicht) anerkannt. Der erziehende Elternteil wird während der Kindererziehungszeit so gestellt, als hätte er einen Durchschnittsverdienst erzielt und daraus Beiträge gezahlt. Zusätzlich gibt es noch eine Kinderberücksichtigungszeit bis zur Vollendung des zehnten Lebensjahres. Diese Zeit ist zwar keine Beitragszeit, wirkt sich indirekt aber auch positiv auf die Rentenberechnung aus.

Müssten Männer stärker zur Kasse gebeten werden?

Weidig: Die gesetzliche Rentenversicherung ist ein System, das nicht nach Geschlecht unterscheidet. Beiträge werden einkommensabhängig geleistet. In einer Ehe verdient der Mann oft mehr als die Frau und erwartet somit auch höhere Rentenansprüche. Diese Rente bestreitet dann auch meist das Einkommen als Rentnerehepaar.

Was passiert bei einer Scheidung?

Weidig: Bei einer Scheidung gibt es den Versorgungsausgleich. Das heißt, Rentenansprüche, die beide während der Ehe gesammelt haben, werden addiert und zu gleichen Teilen aufgeteilt. Das führt dazu, dass dem Ehepartner, der niedrigere Rentenansprüche hat, Rentenanwartschaften übertragen werden. Ein Familiengericht errechnet die Höhe des Versorgungsausgleichs. Der Betrag wird dem Rentenkonto des Ausgleichsberechtigten gutgeschrieben.

Derzeit hat nur jede vierte berufstätige Frau einen Riestervertrag. Was raten Sie?

Weidig: Einen Riestervertrag kann man bereits ab fünf Euro im Monat starten, um die jährliche Grundförderung von 154 Euro sowie die Kinderzuschläge pro Kind von bis zu 300 Euro zu erhalten, auch bei einem Teilzeitjob oder einem versicherungspflichtigen Minijob. Um die vollen Zulagen vom Staat erhalten zu können, ist ein individueller, eigener Beitrag notwendig. Diesen berechnen wir in unseren Beratungen.

Wie können Frauen besser vorsorgen?

Weidig: Jeder Arbeitnehmer hat das Recht auf eine Gehaltsumwandlung in eine Altersvorsorge, wenn der Betrieb dies anbietet. Das spart Steuern und Sozialabgaben. Allerdings werden dadurch auch geringere Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt, die Rente fällt dann entsprechend geringer aus.

ONLINE-TIPP

Mehr Informationen und Adressen der Beratungsstellen: www.deutsche-rentenversicherung-nordbayern.de

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