WÜRZBURG

Wügida distanziert sich nicht von Rechtsradikalen

Pegida-Kundgebung vor verdunkelter Neubaukirche       -  Weitgehend friedlich sind am Montagabend die ersten Demonstrationen des neuen Jahres in Würzburg verlaufen.
Weitgehend friedlich sind am Montagabend die ersten Demonstrationen des neuen Jahres in Würzburg verlaufen. Foto: Michael Czygan
Die Organisationsgruppe der Wügida meldet sich mit einer "Pressemitteilung zum Dialogtreffen des 'Würzburger Bündis für Zivilcourage' mit Wügida" zu Wort, allerdings ohne Namensangabe und über eine nicht rückverfolgbare Mailadresse. Allerdings ist die Mitteilung auch auf der Facebookseite von Wügida zu finden.

In der Mail, die der Redaktion Digitale Medien der Main-Post am 16. Januar um 22.09 Uhr zuging, heißt es wörtlich: "Es ist 'Wendezeit' und wir freuen uns, dass Sie nun endlich auch über die Inhalte und Sachthemen sprechen wollen. Es muss ein Ende haben, dass hunderte Bürger wie im Affenkäfig an der Polizeiabsperrung drapiert werden, um lautstark die Versammlung der PEGIDA zu stören, da sind wir ganz einer Meinung! Wir nehmen die Einladung, die wir bereits am Montag an Sie aussprachen und die nun heute von Ihnen zurückkommt, gerne an." In der Pressemitteilung heißt es weiter, schon auf unserer letzten Montagsveranstaltung hätten die Wügida-Organisatoren zahlreiche Gesprächseinladungen an OB Schuchardt, Antifa-Randalierer und Medienvertreter ausgesprochen. Man freue sich, "dass Sie von der Option geplanter Straftaten (z.B. Sitzblockaden und andere Verhinderungen eines genehmigten Aufzuges im Sinne des §21 Versammlungsgesetzes) endlich abweichen und nun das Gespräch suchen."

Das Bündnis für Zivilcourage hat die Gesprächseinladung mit der Voraussetzung verbunden, dass auf Seiten der "Pegida" "keine Angehörigen von NPD, dem früheren ,Freien Netz Süd' oder rechtsradikalen Kameradschaften beteiligt" werden. Das Bündnis erwarte außerdem, dass sich die "Pegida"-Vertreter "von den genannten Personenkreisen und deren rechtsradikalem Gedankengut vorab distanzieren".

Wügida allerdings distanziert sich nicht von Rechtsradikalen und Rechtsextremisten. Eine solche Distanzierung würde "von volksverräterischen Politikern nur allzu gerne" gefordert. Die Wügidisten entgegen, sie würden dem Bündnis schließlich auch nicht empfehlen, "mit gutem Beispiel" voranzugehen und sich von der "Blockpartei ,SED-CDU-SPD-Linke-Grüne'", Deutschem Gewerkschaftsbund, evangelischer und katholischer Kirche und Antifa zu distanzieren.

Pfarrer Burkhard Hose, einer der Sprecher des Bündnisses, erklärt im Gespräch mit der Redaktion, die Distanzierung der Wügida von Rechtsradikalen und rechtsradikalem Gedankengut sei eine wesentliche Voraussetzung für das Gespräch. Das Bündnis werde nur "auf der Grundlage der freiheitlich-demokratischen Grundordnung" diskutieren. Rechtsradikale folgten dieser Grundordnung nicht, mit ihnen werde es kein Gespräch geben.

Das Bündnis weiß nicht, wer Autor und Absender der Antwort ist. Der Autor des Wügida-Schreibens ist anonym, ein Ansprechpartner wird nicht genannt. Für das Bündnis ist das ein Problem. Hose nennt als weitere Vorausetzung für das Gespräch, "dass man für seine Positionen mit seinem Namen einsteht".

Er hofft nach wie vor, dass ein Gespräch zustande kommt. Das Bündnis hat Wügida eine Frist bis Dienstag, 15 Uhr, gesetzt, solange werde es warten, bevor es weitere Schritte beschließt. Das Angebot sei "sehr ernst gemeint, wir wollen die Leute aus der Mitte der Gesellschaft tatsächlich erreichen".

Hier die Antwort der unbekannten Verfasser im Original:

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