WÜRZBURG

Würzburg: Neue Halle könnte schon 2014 stehen

Pläne in Würzburg: Die s. Oliver Baskets begeistern ihre Fans. Doch die heimische Halle ist zu klein und veraltet. Es fehlt eine moderne Arena für Sport, Konzerte, Kongresse und andere Events. Nun aber scheint der Bau einer neuen multifunktionalen Halle für Würzburg so realistisch wie nie.

 Es fehlt eine moderne Arena für Sport, Konzerte, Kongresse und andere Events. Nun aber scheint der Bau einer neuen multifunktionalen Halle für Würzburg so realistisch wie nie.

Es könnte ein Riesensatz werden für den Standort Würzburg und sein mainfränkisches Umland. Dass die Kongress- und Tourismusstadt eine moderne, multifunktionale Veranstaltungshalle für 5000 bis 6000 Besucher dringend braucht – darüber sind nirgends Zweifel zu hören. Nur die Realisierung ist in den vergangenen 20 Jahren mehrfach gescheitert, zuletzt 2004 im Rahmen des geplanten und in einem Bürgerentscheid abgelehnten Einkaufszentrums („Würzburg Arcaden“). Nun aber scheint – ausgehend vom erfolgreichen Bundesliga-Team der s. Oliver Baskets, der Bau einer neuen Veranstaltungshalle tatsächlich greifbar nah.

Einer der federführenden Männer hinter dem Projekt ist Bruno Fraas. Der 61-Jährige ist Gesellschafter der Sport und Event Baskets GmbH und mit seiner Wirtschaftssozietät BFP auch steuerlicher und rechtlicher Berater des Basketball-Bundesligisten. BFP steuert die Projektentwicklung und hat beim Hallenprojekt zusammen mit Baskets-Geschäftsführer Jochen Bähr das Heft des Handelns in der Hand. „Für mich ist das aber nicht nur ein Mandat“, sagt Fraas, „sondern eine Herzensangelegenheit. Wir wollen den Standort Mainfranken nach vorne bringen.“ Mit im Boot von BFP ist auch Steuerberater Norbert Wagner, ebenfalls Baskets-Gesellschafter, der die wirtschaftliche Planung des Klubs verantwortet.

Als Sportfan ist Fraas von der sportlichen Saison der Baskets angenehm überrascht, jedoch sieht der Anwalt vor allem im Umfeld die „Möglichkeiten bei Weitem nicht ausgeschöpft“. Grundvoraussetzung für eine gesunde und positive Entwicklung ist für ihn deshalb „eine moderne Spielstätte, die den Bedürfnissen angepasst ist“.

In der s. Oliver Arena fehlt es vor allem an Sponsorenlogen sowie Hospitality-Möglichkeiten. Der VIP-Bereich ist in einem Hallengang vor der Toilette untergebracht. „Auch ist eine Nutzung als Business-Center ausgeschlossen und die Kapazität nicht mehr ausreichend“, so Fraas. Mit einer neuen Halle, ist er sich sicher, ist vieles möglich: „Das Potenzial in Würzburg ist massiv größer als das etwa von Bamberg“, sagt Fraas, selbst gebürtiger Oberfranke. Zwar seien beides Kulturstädte, „aber Würzburg hat eine geniale Verkehrsanbindung, was die Stadt gerade für Veranstaltungen und Kongresse unheimlich attraktiv macht“. In der Mitte Deutschlands liegt die Stadt an einem Autobahnkreuz, ist an das ICE-Netz angeschlossen und hat kurze Wege zu den Flughäfen Frankfurt und Nürnberg und mit Giebelstadt einen kleinen Regional-Airport vor der Haustüre. „Wir haben die Lage gründlich sondiert“, sagt der Anwalt, „im Umkreis von 70 Kilometern wohnen 700 000 Menschen, die auf kulturelle und sportliche Highlights warten. Darauf begründen wir unseren Optimismus.“

Als Standort kommt mittlerweile nur noch Würzburg in Frage. „Was ausscheidet, ist der Mainfrankenpark in Dettelbach“, so Bruno Fraas. Die Fans hätten dort keine Möglichkeit, mit öffentlichen Verkehrsmitteln hinzukommen. „Freie Flächen gibt es am Heuchelhof, am Hubland, in der Nürnberger Straße, im Bereich Schweinfurter Straße und letztlich auch die Talavera. Wir müssen einfach prüfen, wo sich betriebswirtschaftlich der bestmögliche Standort befindet.“

Nach Informationen dieser Zeitung spielen die Stadtteile Heuchelhof und Hubland (Ex-Leighton-Barracks) aufgrund ihrer Lage keine ernsthafte Rolle. Anders sieht es mit der Nürnberger Straße aus: Würzburgs Oberbürgermeister Georg Rosenthal (SPD) hatte 2008 im Wahlkampf die geräumte Faulenberg-Kaserne als Gelände für eine Veranstaltungshalle ins Gespräch gebracht. Platz zum Parken wäre vorhanden und die Verkehrsanbindung über die nahe B 8 sehr günstig. Allerdings plant die Stadt Würzburg dort zwischenzeitlich einen Gewerbepark.

Im Bereich der Schweinfurter Straße dürfte es um brachliegendes Bahn-Gelände gehen. Der Standort wäre zentral, mit optimalem ÖPNV-Anschluss und kurzem Weg zum Bahnhof. Auch eine Verbindung zwischen Kongressen und dem benachbarten Hotelturm – er wird gerade fertig gebaut – wäre denkbar. Gesorgt werden müsste dort für genügend Parkplätze und eine gute Verkehrsanbindung.

Seit jeher ein heiß gehandelter Standort für eine Halle ist die Talavera – Großparkplatz und Schauplatz der Würzburger Volksfeste. Schon Anfang der 90er Jahre gab es Hallenpläne für das städtische Areal, das über die Friedensbrücke mit dem Congress Centrum verbunden ist. Alle Hallenträume auf der Talavera in über 20 Jahren sind jedoch geplatzt.

„Sollte alles planmäßig verlaufen, könnte man über eine Fertigstellung der Halle gegen Mitte bis Ende des Jahres 2014 spekulieren“, sagt Fraas. Zu den Kosten wollten sich die Initiatoren nicht äußern. Nach Informationen dieser Zeitung soll das Investitionsvolumen bei 25 bis 30 Millionen Euro liegen und über die VR-Bank Würzburg abgewickelt werden. „Die VR-Bank hat die Baskets von Anfang an finanziell als Sponsor und als Ideengeber unterstützt und will das auch in Zukunft tun“, sagt Joachim Erhard, Vorstand der VR-Bank. „Dazu gehört auch eine wohlwollende Begleitung eines Großprojektes wie möglicherweise die Halle.“

Den Investor wollten die Verantwortlichen noch nicht nennen. „Auf der Suche nach einem geeigneten Bauträger haben Jochen Bähr und ich das Projekt in einem Termin auch mit Gerold Bader besprochen“, sagt Fraas. „Dieser ist als Projektentwickler mit seinen Gebäuden beidseits der Schweinfurter Straße als zielstrebiger, verlässlicher und sehr aktiver Bauträger und Investor in Erscheinung getreten und hat durch seine bisherigen Unternehmungen großes Interesse an der Stadtentwicklung im allgemeinen gezeigt. Gerold Bader hat sich bereit erklärt, am Projekt Halle mitzuwirken, wenn von uns die Wirtschaftlichkeitsprüfung zu einem positiven Ergebnis gebracht und die Standortfrage von uns im Einvernehmen mit der Stadt Würzburg geklärt wurde.“ Ob er als „Bauträger oder auch als Investor zur Verfügung stehen würde, wurde zunächst offengelassen“.

Gespräche mit der Stadt sind noch nicht angelaufen, „wir wollen da keinen Druck aufbauen“, sagt Fraas. „Die Multifunktionshalle soll im Hinblick auf die schlechte Haushaltslage der Kommunen, auch in Würzburg, rein privatwirtschaftlich gebaut und betrieben werden, ohne dass die Stadt beteiligt sein und ohne dass sie ein Haftungsrisiko für den Betrieb übernehmen soll“, so der Baskets-Gesellschafter, der sich jedoch für den Fall der geklärten Standortfrage ein schnelles Genehmigungsverfahren des Projektes wünscht. Die Signale aus dem Rathaus sind positiv. Auf Anfrage ließ Oberbürgermeister Georg Rosenthal mitteilen: „Ich begrüße jede Initiative, die professionellen Sport in dieser Stadt möglich macht.“

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