WUNSIEDEL

Wunsiedel wehrt sich erneut gegen Rechts

Mit einer Demonstration unter dem Leitwort „Mutig für Menschenwürde“ stellt sich am Samstag, 16. November, das Bündnis „Wunsiedel ist bunt“ einem geplanten Aufmarsch von Rechtsextremisten in der oberfränkischen Stadt entgegen. „Wir gedenken der Opfer und nicht der Täter“, heißt es in dem Aufruf des Bündnisses zu der Veranstaltung, die um 13.30 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst beginnen soll.

Etwa zeitgleich wollen Neonazis am Vortag des Volkstrauertages in Wunsiedel ein sogenanntes „Heldengedenken“ veranstalten. Bereits seit mehreren Jahren wirbt dafür das rechtsextremistische „Freie Netz Süd“, laut Bayerischem Verfassungsschutzbericht 2012 das „größte kameradschaftsübergreifende Netzwerk von Neonazis in Bayern“. Den Aufmarsch der Rechtsextremisten hatte das Landratsamt Wunsiedel unter Auflagen genehmigt.

„Wir nehmen nicht hin, dass auf unseren Straßen für falsches Heldentum demonstriert wird“, heißt es in dem Aufruf des Bündnisses weiter. So soll im Gottesdienst besonders der Menschen gedacht werden, die während des Nazi-Regimes, aber auch in den letzten Jahren in Deutschland Opfer rassistischer Gewalt geworden seien. Geehrt werden sollen damit „wirkliche Helden, die Widerstand geleistet haben“.

Die Demonstration soll mit einer Kundgebung vor dem Wunsiedler Friedhof enden. Dort sind 30 KZ-Häftlinge bestattet, die im April 1945 bei einem sogenannten Todesmarsch von Buchenwald nach Flossenbürg in der Nähe von Wunsiedel ums Leben kamen. Mit einer eigenen Kundgebung und einem Demonstrationszug beteiligt sich auch der DGB. Auf dem Friedhof befand sich bis 2011 die letzte Ruhestätte von Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß (1894-1987). Die Stadt war daher immer wieder Schauplatz von Neonazi-Aufmärschen.

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