UNNA/MAIN-SPESSART

Busen als "Waffe": Unterfränkin vor Gericht

Die im wahrsten Sinne des Wortes erdrückende Liebe einer Frau aus Unterfranken hat jetzt ihr Nachspiel vor Gericht. Ein Jurist aus Unna wirft seiner Freundin aus dem Landkres Main-Spessart vor, sie habe beim Liebesspiel versucht, ihn mit ihrer üppigen Oberweite zu ersticken.
Der bevorstehende Prozess vor dem Amtsgericht Unna wegen "Körperverletzung mittels einer Waffe" gegen die 33-Jährige sorgt über Nordrhein-Westfalen hinaus für Aufsehen. Gegen die Beschuldigte gibt es eine Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Dortmund, wie unserer Redaktion auf Anfrage beim Amtsgericht Unna bestätigt wurde.

Allerdings sei noch nicht entschieden, ob die Anklage auch so zur Verhandlung zugelassen werde, sagte eine Sprecherin am Freitag. Mit einem Prozess ist deshalb - entgegen anders lautender Meldungen - nicht im Dezember, sondern erst im kommenden Jahr zu rechnen.

Die beschuldigte Frau und ihr mutmaßliches Opfer waren lange ein Paar. Der heute als Rechtsanwalt in Unna tätige Jurist hatte die Frau vor vier Jahren während seines Studiums in Bayern kennengelernt. Er spricht von einem "Kampf auf Leben und Tod" an jenem Morgen im Mai und beteuert: "Ich habe Todesängste ausgestanden" bei dem "hinterhältigen Angriff".

Die Frau spricht dagegen von einem Unfall beim Liebesspiel. Er schilderte später der Polizei: Unvermutet habe die Frau ihre Brüste heftig an seinen Kopf gepresst, bis er "vor Atemnot blau angelaufen" sei. "Sonst hatten wir nur zärtlichen Sex, das aber war planmäßig und zielgerichtet," behauptet der geschädigte Anwalt laut ortsansässigen Zeitungen.

Laut Gesetzestext ist dies "Körperverletzung mittels einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeuges" und eine "das Leben gefährdende Behandlung". Hätte es sich aber tatsächlich um eine beweisbare Tötungsabsicht gehandelt, wäre der Fall wohl beim Landgericht Dortmund angeklagt worden.

Das Opfer wil sich "mit Händen und Füßen" gewehrt haben. Als ihn die Frau dann auch noch gewürgt habe, habe er sie in die Hand gebissen, um den Griff zu lösen.

"Es war ein Kampf durch die ganze Wohnung", bei dem er immer wieder vergeblich versucht habe, die Polizei zu rufen. Bilderrahmen und Lampen flogen, "eine Tür hat noch heute einen Riss". Schließlich sei es ihm gelungen, in den Flur zu flüchten, wo ihm seine Nachbarin geholfen und die Polizei alarmiert habe.

Bis in den Abend seien die Beamten mit der genauen Beweissicherung beschäftigt gewesen, derweil die Aggressorin in der Zelle habe warten müssen. "Ich will ihr nichts Böses", sagt der Jurist heute, "aber sie hat mich umbringen wollen."

Die Frau, die zurück nach Unterfranken gezogen ist, bestreitet das. In Nordrhein-Westfalen sorgt der Fall für großes Aufsehen. "Riesenbrüste als tödliche Waffe" titeln Boulevardblätter von "Bild" über WAZ bis zum Kölner Express.

Glaubt man diesen Berichten, so hat die Redaktion eines Privatsenders sogar versucht, für ihre Zuschauer die Situation vor der Kamera nachzustellen – in einem Bordell.
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