„Das krasseste Lager“ in Bayern

Eine Woche lang waren Mitglieder des Bayerischen Flüchtlingsrats im Freistaat mit dem Wohnmobil unterwegs. „LagerInventour“ taufte der Rat die Reise, die auch zur Gemeinschaftsunterkunft (GU) für Flüchtlinge nach Würzburg führte. Kommentar: Das Flüchtlingslager sei „das krasseste“, das sie „jemals zu Gesicht bekommen“ hätten.

Rund 450 Flüchtlinge, darunter rund 70 Kinder, leben in der GU. Knapp die Hälfte stammt aus dem Irak, 13 Prozent aus Äthiopien, neun Prozent aus dem Sudan. Die GU ist eine Militärkaserne aus den 1930er Jahren am nördlichen Stadtrand. Noch nie, sagte Tobias Klaus vom Bayerischen Flüchtlingsrat nach der Besichtigung, habe er ein Flüchtlingslager gesehen, „das optisch so sehr die Qualität eines Gefängnisses hat“ wie das in Würzburg. Er kritisiert Stacheldraht, Pfortenkontrolle, Ausweiskontrolle, die isolierte Lage. Die Menschen seien psychisch so kaputt, wie er das „nur von isolierten Unterkünften im Wald“ ...

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