Zellerau

Digitalisierung war Thema auf der Festung

Markus Söder
Foto: Thomas Obermeier | Markus Söder

„Wie werden wir zum Gewinner des Megatrends Digitalisierung?“ Mit dieser Frage brachte Wolfgang Fieber, Vorsitzender der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft Unterfranken, das Thema des 11. Wirtschaftsforums Mainfranken in Würzburg auf den Punkt. Neben einer verbesserten IT-Sicherheit, einer digitaleren Gesellschaft und besseren E-Government-Angeboten ist ein flächendeckendes Hochgeschwindigkeitsinternet Grundvoraussetzung für eine positive wirtschaftliche Entwicklung, betonte er im Tagungszentrum der Festung Marienberg. Und gab damit dem Staatsminister Markus Söder Gelegenheit, die zweite bayerische Breitband-Offensive zu erläutern, bei der es darum geht, ländliche Regionen mit schnelleren Internetanschlüssen zu versorgen.

Ziel dieser Offensive sei es, so Söder, bis 2018 jeder Gemeinde in Bayern Zugang zum Hochgeschwindigkeitsinternet zu verschaffen. Insgesamt 1,5 Milliarden Euro will sich dies der Freistaat kosten lassen. Doch soll das Ziel nicht nur mit Geld befördert werden. „Wir müssen für die antragstellenden Gemeinden das Förderverfahren vereinfachen“, betonte Söder. Dazu gehöre, dass Gemeinden sich keine Partnergemeinden mehr suchen müssten, um Anträge zu stellen und dass die Förderung sukzessive ausgezahlt würde, womit sich das finanzielle Risiko der Gemeinden verringere. Derzeit prüfe die EU das Konzept. Söder war aber hoffnungsvoll, dass Brüssel dem bayerischen Plan zustimme.

Gleichzeitig mahnte der Staatsminister, dass beim Wettbewerb um die digitale Spitzenposition eindeutig die USA die Nase vorn habe. Einen Schuldigen für diese Situation benannte er ebenfalls schnell: „Ein globaler Markt lässt sich nicht europäisch regulieren“, sagte er und spielte damit den Ball erneut Richtung Brüssel. Die europäische Markt-Regulierung habe dazu geführt, dass sich keine großen digitalen Unternehmen in Europa entwickeln konnten. Vor allem ein besserer Zugang zu Wagniskapital könne eine Möglichkeit sein, dies zu ändern.

Weiter diskutiert wurde das Thema in der anschließenden Podiumsdiskussion, bei der Experten aus verschiedenen Bereichen ihre Positionen vertraten. Hanno Kempermann, Leiter des Münchner Büros der IW Consult GmbH, Dr. Rainer Bauer, Leiter der Bayerischen Vermessungsverwaltung, Professor Klaus Schilling, Vorstand des Zentrums für Telematik e.V. Würzburg, Bernhard Etzelmüller, Geschäftsführender Gesellschafter der Wiedenmann-Seile GmbH und Landrat Thomas Habermann lieferten sich einen spannenden Meinungsaustausch. In einem waren sich alle einig: Das gute Zusammenwirken von Wirtschaft und Politik leistet einen wichtigen Beitrag, die Chancen der Digitalisierung für Unternehmen, Fachkräfte und Bürger in Mainfranken positiv zu gestalten.

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