WINTERHAUSEN

Hilfe für den Ameisenbläuling

Naturführerin Katja Winter erklärt, was in Winterhausen für den Thymian-Ameisenbläuling getan wurde.
Foto: Wilma Wolf | Naturführerin Katja Winter erklärt, was in Winterhausen für den Thymian-Ameisenbläuling getan wurde.

Das ist so eine Sache mit dem Thymian-Ameisenbläuling. Der Schmetterling ist sehr anspruchsvoll und wählerisch. Denn nur am gewöhnlichen Thymian, bestenfalls noch am Dost, also dem wilden Majoran, fressen seine Raupen sich satt.

Katja Winter ist in ihrem Element. Hoch über Winterhausen (Lkr. Würzburg), an den typischen Trockenrasenhängen des Maintals, erzählt die Life+-Mainmuschelkalk-Naturführerin, was an dem im vergangenen Jahr eingeführten Naturschutzprojekt so wichtig und einzigartig ist. Die Vernetzung nämlich. Und die Abhängigkeit von anderen Arten.

So ist besagter Schmetterling nicht nur vom Thymian abhängig, sondern auch von einer bestimmten Ameisenart, den Knotenameisen. Beide Arten fühlen sich genau hier wohl. Würde es sie nicht geben, hätte auch der Bläuling keine Lebensgrundlage mehr. Darum geht es bei Life+: die Lebensbedingungen für seltene und bedrohte Arten wie den Ameisenbläuling zu verbessern.

Die Zuhörer sind diesmal geladene Gäste und alle haben irgendwie mit diesem besonderen Projekt zu tun: Vertreter der beteiligten Kommunen, Behörden und Naturschutzverbände. Denn insgesamt geht es um immerhin 4640 Hektar Muschelkalkhänge in den Landkreisen Bad Kissingen, Main-Spessart und Würzburg sowie im Gebiet der Stadt Würzburg. Diese bilden mit ihren artenreichen Lebensräumen einen wichtigen Baustein im europaweiten Schutzgebietsnetz Natura 2000.

Zur Verbesserung der Lebensbedingungen muss teilweise massiv in die Natur eingegriffen werden, so wie im vergangenen Herbst in Winterhausen. „Wir haben hier im Landkreis Würzburg 14 Hektar Trockenrasenstandorte und Streuobstwiesen entbuscht, Felsen freigestellt und lichte Waldstrukturen geschaffen“, erläuterte der stellvertretende Landrat des Landkreises Würzburg Armin Amrehn. Außerdem erwarb der Landkreis Würzburg knapp sechs Hektar Fläche zur weiteren Biotopentwicklung. Kosten dafür: 125 000 Euro.

Das Life+-Projekt sei ein wichtiges Finanzierungsinstrument für die Umsetzung von Natura 2000, einem Anliegen der EU, besonders wertvolle Lebensräume europaweit zu vernetzen und zu erhalten, erklärt Bertram Eidel, Leiter des Bereichs Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz bei der Regierung von Unterfranken.

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