URSPRINGEN

Lauteste Orgel der Welt kommt aus der Rhön

Strahlende Rhöner Orgelbauer: Herbert Hey und Sohn Thomas Hey mit der Urkunde, die den Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde für die lauteste Orgel der Welt bestätigt.
Foto: Hanns Friedrich | Strahlende Rhöner Orgelbauer: Herbert Hey und Sohn Thomas Hey mit der Urkunde, die den Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde für die lauteste Orgel der Welt bestätigt.

Da flatterte doch ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk ins Haus Hey in Urspringen (Lkr. Rhön-Grabfeld): Die in der Orgelbauwerkstatt in den vergangenen Monaten gebaute Orgel für die Weltausstellung in Jeosu in Südkorea kommt als lauteste Orgel der Welt ins Guinness-Buch der Rekorde. Dem Rhöner Unternehmen wurde die Urkunde vom Guinness-Buch-Komitee nun zugestellt.

Die Orgel ist zurzeit auf dem Seeweg nach Südkorea, wo sie Anfang Januar eintrifft. Nach Dreikönig reist ein Team der Rhöner Orgelbaufirma Hey nach Jeosu und wird das Instrument dort zusammenbauen. Die Rhöner Orgel hat in der Lautstärke das Instrument von Atlanta-City übertrumpft. Das galt bisher als die lauteste der Welt. Sie lag beim Bau 1929 bei 130 Dezibel und misst aktuell 120 Dezibel.

Warum baut man überhaupt so eine laute Orgel? „Sie soll das Motto der Expo 'The living ocean and coast' in den Klang einer Orgel wandeln“, erklärt Orgelbauer Thomas Hey. Bis zu fünf Kilometer weit wird sie zu hören sein. Die Orgel hat 80 Pfeifen, die größte ist bis zu zwölf Meter hoch. Und der Klang so laut, dass er einen Rekord darstellt. Das macht Herbert, Christian und Thomas Hey überglücklich: „Das hätte niemand gedacht und war ja auch gar nicht so geplant“, sagt Thomas Hey, während sein Vater Herbert die Urkunde hervorholt. Aufgabe für die Rhöner Orgelbauer sei lediglich gewesen, ein lautes Instrument zu bauen, das am Meer stehe und weithin gehört werden solle.

Eigentlich, so Thomas Hey, habe man sich für das lauteste Register der Orgel beworben. Für das Team des Guinness-Buches war diese Klassifizierung in Register oder Gesamtorgel aber zu fein. Sie wollten plakativ die lauteste Orgel der Welt. So kam der Zuschlag für die Rhöner Orgelbaufirma zustande, obwohl sie nur ein Register, also eine Klangfarbe hat. „Die Lautstärke mit 138,4 Dezibel ist dabei nicht alles“, fügt Herbert Hey an, „aber das Guinness-Team hat das maßgeblich gefordert. Und das haben wir erfüllt.“

Bei der Weltausstellung in Jeosu wird das Instrument aus einer Höhe von rund 20 Metern geschlagen und muss einen großen Platz beschallen. „Da spielt die Lautstärke natürlich eine viel wichtigere Rolle als bei einer normalen Orgel“, erklärt Hey. Die Orgel soll das Motto der Expo „The living ocean and coast“ in Klang umsetzen. Dabei war gefordert, dass die Pfeifen ähnlich wie Schiffshörner und Bootspfeifen klingen. „Oder wie eine Pfeife eines Bootsmannes, die für das Signal 'Käptn an Bord' genutzt wird“, so Hey. Die Zeit, um das Instrument zu entwickeln und zu bauen, sei sehr knapp bemessen gewesen. Zudem konnten die Orgelbauer nicht auf bestehende Techniken zurückgreifen und sich auch nicht auf Erfahrungen im Orgelbau stützen. Vieles habe eigens entwickelt und dem Standort direkt am Meer angepasst werden müssen. Für eine Orgel im Freien seien ganz besondere Voraussetzungen notwendig. Niederschlägen, salzhaltiger Luft, Korrosion und den in Südkorea herrschenden klimatischen und umweltbedingten Einflüssen müsse das Instrument mit dem Namen „Stimme des Meeres“ widerstehen.

Am 7. Januar also wird die Rhöner Orgel in Jeosu erwartet. Das Montageteam der Orgelbaufirma fliegt da nach Südkorea und beginnt dort mit dem Aufbau der Orgel. Dass sich die gesamte Mannschaft der Orgelbaufirma Hey über den Auftrag freute und vor allem über den Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde, ist selbstverständlich.„Wir haben unsere Mitarbeiter eingeladen, mit uns auf diesen Erfolg anzustoßen“, lachen Herbert und Thomas Hey. „Das war ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk für alle Mitarbeiter.“

In Reih und Glied: Kupferne Orgelpfeifen wurden in der Werkstatt der Orgelbaufirma Hey in Urspringen mit 640 Steckverbindungen verknüpft für die lauteste Orgel der Welt.
Foto: Friedrich | In Reih und Glied: Kupferne Orgelpfeifen wurden in der Werkstatt der Orgelbaufirma Hey in Urspringen mit 640 Steckverbindungen verknüpft für die lauteste Orgel der Welt.
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