WÜRZBURG

Löhne über Monate nicht ausgezahlt

(abra/geha) Der Bibliotheksverband Unterfranken hat am 18. Dezember 2008 Insolvenz angemeldet und löst sich auf. Das bestätigte auf Anfrage der Vorsitzende des Vereins, Haßberge-Landrat Rudolf Handwerker. Der Verband wird von 83 Gemeinden, Landkreisen und Zweckverbänden getragen. Die Verbindlichkeiten des Vereins belaufen sich auf eine Summe „im unteren sechsstelligen Bereich“, erklärte Günter Mendel, Leiter des Kreisrechnungsprüfungsamtes am Landratsamt Haßberge.

„Nicht kostendeckend gearbeitet“

Das Insolvenzverfahren am Amtsgericht Würzburg soll am 1. Februar eröffnet werden. Zur vorläufigen Insolvenzverwalterin wurde Christine Weigel von der Würzburger Wirtschaftssozietät BFP bestellt. Laut Günter Mendel erklärte Christine Weigel bei einer Mitgliederversammlung am 12. Januar in Würzburg, Aussichten auf eine Fortführung des Unternehmens bestünden nicht, da „alle Bereiche des Unternehmens nicht kostendeckend gearbeitet“ hätten.

Offenbar wurde erst bei der Versammlung bekannt, dass Löhne über Monate hinweg nicht ausgezahlt wurden. Nach Angaben von Mendel arbeiten 20 Menschen für den Bibliotheksverband Unterfranken, die meisten in Teilzeit. Die Beschäftigten würden ihren Lohn nun über das Insolvenzausfallgeld bekommen.

Büchereien stehen im Regen

Vor allem kleinere Gemeinden stehen mit ihren Bücherein „jetzt etwas im Regen“, räumte Mendel ein. Ein Versuch, den Verband unter dem Dach der Unterfränkischen Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken zu etablieren, scheiterte nach Angaben von Mendel, weil Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel die Mitgliedschaft sämtlicher Landkreise zur Bedingung machte. Drei Landkreise hätten aber nicht mitgezogen. Welche das waren, wollte Mendel nicht sagen.

Hilfe könnte vom Bibliotheksverband Ober- und Mittelfranken kommen. Dessen Geschäftsführerin Marion Meyer habe bei der Versammlung in Würzburg die Bereitschaft signalisiert, Leistungen wie Medienauswahl und -beschaffung und medientechnische Bearbeitung zu übernehmen.

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