WÜRZBURG

Pirat versteigert Hose bei Ebay für Flüchtlinge

Hose hilft Flüchtlingen: Bei Ebay werden die Shorts des Piraten Fabio Reinhardt versteigert.
Foto: Screenshot: D. Biscan | Hose hilft Flüchtlingen: Bei Ebay werden die Shorts des Piraten Fabio Reinhardt versteigert.

Die kurzen Hosen eines Berliner Politikers sollen durch eine Versteigerung bei Ebay helfen, den in Würzburg demonstrierenden Flüchtlingen die Anwaltskosten zu bezahlen. Im Internet-Auktionshaus Ebay sollen die getragenen Bermudashorts von Fabio Reinhardt, seines Zeichens Vertreter der Piratenpartei im Berliner Abgeordnetenhaus, versteigert werden. Der Erlös – am Dienstagnachmittag waren es bereits 333,33 Euro – sollte nach Würzburg gehen. Die Auktion wurde am Mittwoch wegen formaler Probleme gestoppt, mittlerweile aber wieder fortgeführt.

Reinhardts Hosen haben in Berlin für Schlagzeilen in den Medien gesorgt. Von einem „Hosengate“ ist die Rede. Der Pirat war in Shorts zu einer Sondersitzung des Innenausschusses erschienen, worauf der SPD-Innenpolitiker Tom Schreiber protestierte. „Ich finde es unpassend, praktisch in Unterhose und mit Laptop zu einer Ausschusssitzung zu erscheinen“, zitiert ihn die Zeitung „B. Z.“.

Reinhardt (31) erklärte, er habe die Klamotten nach einer Bootstour mit Parteikollegen nicht mehr wechseln können und ziehe im Übrigen das an, worin er sich wohlfühle. Gleichwohl scheint ihn die Kritik nachdenklich gestimmt zu haben. Kurzerhand hat er die Hose, „die im Parlament nicht gewünscht ist“, seinem Parteifreund Kevin Culina, Vorsitzender der Piraten im hessischen Landkreis Offenbach, zur Verfügung gestellt, der sie bei Ebay versteigern wollte. Inklusive eines Zertifikats, „das die Echtheit der Hose beweist“, und eines Autogramms von Reinhardt. 58 Gebote waren bis Dienstagnachmittag eingelaufen. Bis zum 28. Juni um 17.21 Uhr hätten Interessierte mitsteigern können.

Und warum hätte der Erlös an die Würzburger Iraner gehen sollen? Kevin Culina sagt, er sei mehrfach am Stand der Flüchtlinge in Würzburg gewesen und unterstütze deren Protest gegen die Asylpolitik. Die Flüchtlinge seien in der Piratenpartei schon länger Thema, auch Shorts-Träger Fabio Reinhardt habe seine Solidarität mit den Aktionen in Würzburg erklärt.

Beide Piraten stehen auch an der Spitze von über 100 Unterstützern, die am Dienstag einen offenen Brief an den Würzburger Oberbürgermeister Georg Rosenthal veröffentlicht haben. Darin fordern sie den OB auf, sich bei den Flüchtlingen für die Äußerung zu entschuldigen, dass der Protest mit zugenähten Lippen „so nicht mehr hinnehmbar“ sei.

Nicht hinnehmbar seien, so die Briefschreiber, vielmehr „die Umstände, die Repressalien und die täglichen Diskriminierungen“, denen Flüchtlinge in Deutschland ausgesetzt seien. Deshalb griffen sie zu solchen Protestformen.

Dass die Iraner auf Spenden angewiesen sind, um ihren Infostand zu unterhalten und die juristische Auseinandersetzung mit der Stadt zu führen, leuchtet ein. Zuletzt war von Demo-Kosten in Höhe von deutlich mehr als 10 000 Euro die Rede.

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