WÜRZBURG

Reinhold Messner übertrumpft von Michl Müller

Messetrubel: Vor allem am Sonntag und Montag war zwischen den Hallen oft kaum ein Durchkommen.
Foto: NORBERT SCHWARZOTT | Messetrubel: Vor allem am Sonntag und Montag war zwischen den Hallen oft kaum ein Durchkommen.

Riesenandrang am Montagmittag vor Halle 10. Klar, der Bayerische Rundfunk hatte für sein „Rucksackradio“ die „lebende Legende der Berge“, den Südtiroler Extrembergsteiger Reinhold Messner eingeladen. Doch den Menschenauflauf löste nicht der Mann aus den Dolomiten, sondern einer aus der Rhön aus: Michl Müller. Während der fränkische Kabarettist mit seinen Quatschliedern „Krumbeernszelod“ und „Fleischereifachverkäuferin“ die rappelvolle Messehalle zum Toben brachte, informierte sich Messner hinter dem Zelt beim deutschen Meister im Fischgrillen, Frank Huhnke aus Thüringen, was der auf dem Rost gelegt hatte.

Als Messner dann auf die Bühne trat, war vor der BR-Bühne wieder Platz genug, um an den Federweißenstand des Bezirks zu kommen. Eine treue Fangemeinde lauschte dennoch, was der Mann aus den Bergen erzählte. BR-Moderator Jürgen Gläser entlockte Messner, dass an seinem Haar noch alles echt und nichts gefärbt sei. Für einen vom Jahrgang 1944 eine wirklich „vitale Matte“. Messner hat rund 70 Bücher als Autor oder Herausgeber veröffentlicht – so weiß man viel von dem Mann, der als Erster auf den Gipfeln aller vierzehn Achttausender stand und als erster Mensch den höchsten Berg der Erde, den Mount Everest, ohne künstlichen Sauerstoff bezwang. Er habe nur deswegen keinen Sauerstoff mitgenommen, weil er die 50 Kilogramm nicht hätte tragen können, meinte Messner.

Dann berichtete er, wie er 1995 Invalide wurde. Er sei mit TV-Moderator Günther Jauch beim Essen gewesen, man trank eine Flasche Wein. Nur eine, betonte Messner. Zurück an seinem Schloss Juval bei Meran, fehlte dem Burgherrn der Schlüssel. So stieg der Bergsteiger über die Mauer. Weil die nass gewesen sei, rutschte er ab und zertrümmerte sich den Knöchel. Der Mann, der alle großen Berge bezwungen hatte, scheitert an einer drei Meter hohen Mauer! Dem Publikum erklärte Messner später, Extrembergsteigen habe nichts mit Sport zu tun. Es sei der Widerstand gegen den herausgeforderten Tod.

Publikumsliebling: Michl Müller
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Legende: Reinhold Messner
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