AIDHAUSEN

70 Jahre CSU-Ortsverband: Jubiläum mit politischer Prominenz

Auch Ehrungen von langjährigen Parteifreunden und verdienten Vorstandsmitgliedern standen auf der Tagesordnung des Jubiläumsabends des CSU-Ortsverbandes in Aidhausen. Im Bild (von links) CSU-Ortsvorsitzender Thomas Wagenhäuser, Innenstaatssekretär und Schirmherr Gerhard Eck, Hildegard Bayer, Landrat Wilhelm Schneider, Hans-Peter Fuhl, Klaus Hofmann und CSU-Kreisvorsitzender Steffen Vogel. Foto: Ulrich Kinds

Der CSU-Ortsverband Aidhausen-Kerbfeld-Nassach erinnerte mit einem Jubiläumsabend in der Hermann-Schüßler-Festhalle in Aidhausen an die Gründung des seinerseits noch selbstständigen Ortsverbandes Aidhausen vor 70 Jahren.

Im Jahr 1948 lagen in Deutschland die großen Städte größtenteils noch in Schutt und Asche. Nach der Gewalt und Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten fanden sich damals einige christlich-orientierte und sozial-engagierte Persönlichkeiten zusammen, um mit dem Aufbau der Christlich-Sozialen-Union (CSU) einen Neuanfang in Bayern zu setzen.

Die CSU habe wie keine andere Partei in Bayern die Weiterentwicklung vom Agrarstaat zum modernen Industrieland stark geprägt, so Ortsvorsitzender Thomas Wagenhäuser. In seinem Rückblick hob er hervor, dass der Ortsverband in seiner politischen Arbeit zahlreiche Vorträge und Seminare zu aktuellen Themen organisiert hat, zum Beispiel das Feuerwehrseminar zu Posttraumatischen Belastungsstörungen oder zum selbstbestimmten Wohnen im Alter. Mit einem regelmäßigen Infobrief werden die Bürger informiert.

Die jährliche Christbaumsammlung nach Weihnachten, die Wasseruhren-Ablese-Aktion für ältere Bürger oder die Busfahrt zum Faschingsumzug in Sand seien fest etabliert in der Großgemeinde, berichtete Wagenhäuser.

Audiobotschaft aus Berlin

Seit 2013 ist der Ortsverband im sozialen Netzwerk Facebook aktiv, um auch die jüngere Generation zu erreichen. Im Rahmen der laufenden Mitgliederwerbeaktion des Kreisverbands erreichte man den ersten Platz. Mit 25 Mitgliedern fährt nun der Ortsverband kommendes Jahr nach Berlin, zum Besuch bei Staatsministerin Dorothee Bär im Kanzleramt. Dorothee Bär, am Jubiläumsabend in Berlin gebunden, gratulierte mit einer eingespielten Audiobotschaft zum Jubiläum.

Wagenhäuser dankte für das Engagement von Landtagsabgeordneten Gerhard Eck in seiner Funktion als Innenstaatssekretär. Der Politiker setzte sich mit Stimmkreisabgeordneten Steffen Vogel beim Bayerischen Landessportverband dafür ein, dass der TSV Aidhausen nur ein Drittel der anfangs geforderten Zuschussrückforderung begleichen musste.

Mit Blick auf das Wahlergebnis der jüngsten Bundestagswahl mit 61,58 Prozent bei den Erststimmen in Aidhausen und in Kerbfeld mit 80,51 Prozent könne der Ortsverband ein stolzes Ergebnis vorweisen.

Anstatt der üblichen Grußworte hatte man eine kurze Gesprächsrunde mit Bürgermeister Dieter Möhring, Landrat Wilhelm Schneider, CSU-Kreisvorsitzenden Steffen Vogel und Staatssekretär Eck im Programm eingeplant. Der angesagte Rahmen mit nur drei Sätzen pro Teilnehmer für die Glückwünsche war natürlich nicht zu halten. Bürgermeister Möhring (Freie Wähler) hob neben dem Engagement der CSU-Ortsverbandsmitglieder in der Gemeinde die konstruktive Arbeit mit den CSU-Gemeinderäten auf der „Oppositionsbank“ hervor. Im Ratsgremium stehe immer das Wohl der Bürger an erster Stelle.

Der Landrat informierte zum Ausbau des fachärztlichen Angebots im Medizinischen Versorgungszentrum in Hofheim. Aktuell sei auch die Verlagerung des Veterinäramts mit Lebensmittelkontrolle ins ehemalige Hofheimer Krankenhaus sowie der Umzug der Geschäftsstelle des Naturparkes Haßberge ins Hofheimer Bürgerzentrum am Marktplatz eine Aufwertung für Hofheim.

Die nicht ganz ernst gemeinte Frage des Ortsvorsitzenden an Kreisvorsitzenden Vogel, ob Ministerpräsident Markus Söder – bekanntlich ein alter Freund aus Junge-Union-Zeiten – für Vogel nach der Landtagswahl ein Ministerpöstchen bereit halte, wies Vogel zurück. Er habe mit seinem Landtagsmandat ganz klar einen Wählerauftrag als Abgeordneter seines Stimmkreises übernommen und strebe keinen Ministerposten an. Er engagiere sich in den Ausschüssen für Arbeit und Soziales, Jugend, Familie und Integration sowie im Ausschuss für Gesundheit und Pflege.

Für Gerhard Eck als Schirmherr des Abends lag das Thema der Sanierung und des Ausbaus der maroden Staatsstraße von Aidhausen nach Wettringen an erster Stelle. Nach der Neuordnung im Kabinett sei die Zuständigkeit von Bausachen vom Innenministerium ins neu geschaffene Bauresort ausgelagert worden. Wie der Staatssekretär versicherte, werde man die Kommune hier nicht im Stich lassen. Seinem Kenntnisstand nach sei der Baubeginn für das Jahr 2019 vorgesehen.

Unterstützung für Kommunen

Eck erinnerte daran, dass Bayern seine Kommunen mit rund 9,5 Milliarden Euro unterstütze. Ein Drittel des Haushaltes sei für die Bildung eingeplant, dies sei längerfristig ein Fundament für die Entwicklung des Landes, zusammen mit dem Ausbau der Infrastruktur, zum Beispiel mit der eigenen Landesförderung zur Breitbandversorgung. Klar trat er für die innere Sicherheit und das neue Polizei-Aufgaben-Gesetz ein, nirgends sei es in der Bundesrepublik so sicher wie in Bayern.

Auch einige langjährige Parteifreunde und verdiente Vorstandsmitglieder wurden geehrt. Die Ehrenraute in Bronze erhielt Klaus Hofmann, er ist seit 16 Jahren Schatzmeister des Ortsverbandes. Seit über 40 Jahren ist Hildegard Bayer Mitglied in der CSU. Sie war Bürgermeisterin von 1996 bis 2002, 30 Jahre lang Kreisrätin (1978 bis 2008), Ortsvorsitzende in Kerbfeld (1991 bis 2003) sowie stellvertretende Vorsitzende, Schriftführerin, Beisitzerin, und dazu noch aktiv in der Frauen-Union auf Kreisebene. Auf 55 Jahre Mitgliedschaft kann Hans-Peter Fuhl zurückblicken. Er war in Aidhausen Ortsvorsitzender (1978 bis 1982) stellvertretender Vorsitzender, Schatzmeister, Schriftführer, Beisitzer, Kassenprüfer und Kreisdelegierter.

Als Dank für ihre Unterstützung gab der Ortsvorsitzende seiner Ehefrau Natascha einen Blumenstrauß. Es sei nicht selbstverständlich, wenn der Ehemann als Ortsvorsitzender, Fußballtrainer und im Kreisjugendring aktiv sei. Er hoffe, dass der angekündigte Nachwuchs auch ein Fußballer und CSU-Mitglied werde, sagte der werdende Vater augenzwinkernd.

Den Erlös des Abends bekommt die Deutsche Herzstiftung.

Chronik des CSU-Ortsverbands Aidhausen

Die Initiative, auch in Aidhausen einen CSU Ortsverband aus der Taufe zu heben ging vom damaligen Kreisvorsitzenden des Altlandkreises Hofheim, Christian Schneider (Happertshausen) aus. Die Gründungsmitglieder waren Arbeiter, Landwirte und Handwerker, die in den Jahren des Wiederaufbaus das entstehende demokratische Gemeinwesen aktiv mitzugestalten wollten.

Ein Blick zurück in die Chronik des CSU-Ortsverbandes Aidhausen zeigt: Gründungsvorsitzender war Dagobert Klopf, danach folgten Theo Albert, Hans-Peter Fuhl, Josef Albertshauser, Hermann Heusinger, Peter Häpp, Urban Schwappach und bis zum Jahr 2009 Klaus Häpp.

Danach gab es mit Christian Then als Vorsitzenden einen Generationswechsel in Aidhausen.

Um dem zunehmenden Mitgliederschwund entgegenzuwirken, folgte im Jahr 2013 eine Fusion mit dem Ortsverband Kerbfeld. Thomas Wagenhäuser, bisheriger Ortsvorsitzender von Kerbfeld, wurde neuer Ortsvorsitzender des fusionierten Ortsverbandes Aidhausen-Nassach-Kerbfeld. Seine Vorgänger im Amt in Kerbfeld waren Gründungsvorstand Alfred Burger (1965 bis 1969), Fridolin Göller (1969 bis 1991), Hildegard Bayer (1991 bis 2003) und ab 2007 folgte Thomas Wagenhäuser.

Unter dessen Führung wuchs der fusionierte Ortsverband von 22 auf aktuell 33 Mitglieder.

Die Junge Union Aidhausen wurde als Nachwuchsorganisation der Partei unter Vorsitz von Lukas Gutharth im Jahr 2015 wiederbelebt.

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