Wasmuthhausen

90 bewegte Lebensjahre

August Keller
| August Keller

Ein waschechter Wasmuthhäuser feierte am Montag ein seltenes Wiegenfest: August Keller kann auf 90 Lebensjahre zurückblicken.

Geboren am 28. November 1926, bekam er schon gegen Ende der Schulzeit die Folgen des Krieges zu spüren. Als 15-Jähriger musste er viel bei der schweren Feldarbeit mithelfen. „Wir hatten da schon fast keine Schule mehr“, berichtet der Jubilar. An eine Lehre oder eine andere Berufsausbildung war erst recht nicht zu denken. Mit 16 Jahren wurde August Keller eingezogen, an seinem 17. Geburtstag war er schon in Frankreich. Fünf Jahre lang erlebte der junge Mann das Grauen des Zweiten Weltkriegs hautnah. Doch er gehörte zu denen, die überlebten.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag 1949 aus russischer Kriegsgefangenschaft entlassen, fand sich August Keller zunächst in einem Übergangslager bei Hof wieder. Von dort ging es dann zurück nach Wasmuthhausen.

Ein Jahr später trat der Heimkehrer eine Arbeitsstelle im Steinbruch auf dem Zeilberg an. Von 1953 bis 1959 war er in einer Möbelfabrik in Weitramsdorf beschäftigt, bevor er nochmals fünf Jahre auf dem Zeilberg arbeitete. Die längste Zeit seines Berufslebens verbrachte August Keller beim Kreisbauhof, zunächst im damaligen Landkreis Ebern, dann im Landkreis Haßberge. 1989 ging er mit 63 Jahren in Rente.

Das private Glück hat er mit seiner Rosa, geborene Schramm, gefunden, die ebenfalls aus Wasmuthhausen stammt. 1953 haben die beiden geheiratet. Vier Kinder – drei Töchter und ein Sohn – wurden dem Paar geschenkt. Das Paar hat noch bis Ende der 1980er Jahre eine Landwirtschaft im Nebenerwerb betrieben.

Seit dieser Zeit leben August und Rosa Keller im Haus ihres Sohnes, der auf dem rückwärtigen Teil des Grundstücks gebaut hat. Sie haben eine eigene Wohnung im Dach und fühlen sich wohl. „Wir werden gut versorgt“, sagt der Jubilar. Überhaupt ist er zufrieden. Abgesehen davon, dass das Laufen nicht mehr so geht, ist er noch rüstig und vor allem geistig fit. Zeitung lesen, Sportsendungen im Fernsehen und der Garten gehören zu seinen Lieblingsbeschäftigungen.

Sein größtes „Hobby“: „Er war immer für seine Familie da“, berichtet seine Schwiegertochter.“ Bei neun Enkeln und 17 Urenkeln kam wohl nie Langeweile auf.

Für die Allgemeinheit hat sich der Jubilar 47 Jahre lang als Märker bei den Feldgeschworenen eingebracht. Zudem war er beim Kriegerverein und Feuerwehrverein. Foto: Dahinten

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