AIDHAUSEN

Aidhausen: Für herzkranke Kinder durch den Matsch

Laufen für einen guten Zweck: Obwohl es zeitweise in Strömen regnete, nahmen 208 Läufer am Benefizlauf in Aidhausen teil. Foto: Gudrun Klopf

Sauber kam niemand ins Ziel. Selbst die Bambini, die beim Benefizlauf in Aidhausen nur 300 Meter zurücklegen mussten, waren von oben bis unten mit Matsch bespritzt. Trotz zeitweise strömenden Regens gingen beim fünften Ottmar-Schneider-Lauf des TSV Aidhausen 208 Läufer an den Start.

„Wir wollen für andere herzkranke Kinder weiterkämpfen“, hatten TSV-Vorsitzender Christian Günther und seine Frau Katja nach dem Tod ihrer Tochter Milena Anfang August beschlossen. Deshalb startete der Lauf auch in diesem Jahr unter dem Motto: „Laufen und dabei Gutes tun für sich selbst und für andere.“

Staatsministerin Dorothee Bär, die mit Sohn Julius gekommen war, wünschte allen großartige und unfallfreie Läufe. Der Lauf rücke das Thema Organspende ins Bewusstsein der Menschen. „Ziel muss es sein, dass jeder einen Organspendeausweis hat.“ Mit der Widerspruchslösung, die unter anderem von Gesundheitsminister Jens Spahn favorisiert werde, solle die Zahl der Organspenden erhöht werden. Es werde noch vor Weihnachten über die unterschiedlichen Entwürfe abgestimmt werden, versicherte Dorothee Bär auf Nachfrage von Thomas Wagenhäuser.

Neben Läufergruppen wie etwa den Cowboys aus Eichelsdorf, den Weinbergschnecken aus Zeil oder den Runners vom Eisweiher, vom Zabelstein und vom Urlestal, trotzten viele Familien dem Regenwetter. Als „Löffelsterzer Macht“ nahmen die Brüder Nikolas (12) und David (14) mit ihren Eltern Christine und Markus Kohnle samt Oma Walburga die 5,9 Kilometer unter die Füße. Durchnässt und schlammbespritzt kamen sie ins Ziel. Bei diesem Wetter habe sie nur das Schicksal von Familie Günther und der gute Zweck hergelockt, versichern die fünf.

Volle Unterstützung gab es auch von den Familien von Katja und Christian Günther. Omas, Opas, Geschwister, Cousins und Cousinen halfen und liefen mit. „Auch wenn's heute schwer für uns alle ist, wollen wir die Stiftung KinderHerz und damit andere Kinder weiter unterstützen“, sagt Milenas Oma Roswitha Günther. „Jetzt erst recht“, stimmt ihr Christine Oswald zu, die zum ersten Mal mitläuft. „Es kann schließlich jeden von uns treffen.“

Von wegen, bei einem solchen Wetter jagt man keinen Hund vor die Tür. Voller Begeisterung rannten Pudel, Labrador und andere Vertreter ihrer Art mit Herrchen und Frauchen mit. Vor allem die Langhaarigen unter ihnen waren nach dem Lauf kaum wiederzuerkennen. Auch die Musiker von Bateria Caliente und den Urlesbachern bewiesen Wasserfestigkeit. Passend im Urleswald spielten die Musikanten den 10,4 Kilometer-Läufern auf. Die mit „Herzkind-Milena-Lauf“ betitelte neue Strecke, führte am Aussichtspunkt „Rhönblick“ vorbei. Dort hatte Familie Günther im letzten Jahr Aufnahmen von Milena und der Familie gemacht. Mit heißen Rhythmen feuerten die Batistas von Bateria Caliente die Läufer auf den letzten Metern an.

Mit den erzielten Spendengeldern in Höhe von 1600 Euro unterstützt der TSV Aidhausen auch in diesem Jahr wieder die Stiftung KinderHerz und den Malteser Kinder- und Jugendhospizdienst.

Voller Respekt äußerte sich Stiftungsvorsitzende Sylvia Paul zum Verhalten von Katja und Christian Günther. „Diese Größe zu besitzen, den Lauf auch in diesem Jahr zu organisieren, finde ich enorm.“ Milena bleibe für die Stiftung stets lebendig und gebe Kraft, jeden Tag weiterzukämpfen. „Sie ist wie eine kleine Botschafterin für die Herzkinder.“

Das Laufen spiele inzwischen für die Stiftung eine große Rolle. Mittlerweile habe sich mit „KinderHerz Läufern“ eine Lauf-Community gebildet, die sowohl bei Läufen als auch über Social Media Kanäle die Arbeit der Stiftung unterstütze. „Wir brauchen die Öffentlichkeit. Ich wäre sehr dankbar, wenn das hier in Aidhausen weitergehen würde.“ Norbert Wahler stellte die Arbeit des Malteser Hospizdienstes vor und dankte für die Spende.

„Ich werde Milenas Lachen und ihre Freude über den Jubel der Menschen nie vergessen“, sagte Nikki Adler. Der Lauf im vergangenen Jahr mit Milena im Sportwagen, sei für sie ein tolles Erlebnis gewesen. „Ich war glücklich, dass ich sie zum Lachen gebracht habe.“ Die Boxweltmeisterin war erkältet und konnte dieses Jahr nicht am Lauf teilnehmen. „Aber ich bin da, aus Respekt vor Milena und ihren Eltern.“

„Ihr alle seid Gewinner“, dankte Christian Günther den Läufern, dass sie „trotz anspruchsvoller Witterungsbedingungen“ teilgenommen hatten.

Die Pokale wurden den schnellsten Läufern von Milenas Schwester Lara und von Landtagsabgeordnetem Steffen Vogel überreicht.

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Sieger beim Benefizlauf

Schüler (7 bis 14 Jahre), weiblich: 1. Emma Zimmermann, TV Zeil (4:33 Minuten), 2. Nele Metz, TV Zeil (5:06 Minuten), 3. Lilly Merz, TV Rosenheim (5:10 Minuten).

Schüler (7 bis 14 Jahre), männlich: 1. Finn Günther, TSV Aidhausen (4:49 Minuten), 2. Linus Kania (5:49 Minuten).

5,9 Kilometer, weiblich: 1. Jana Seel, Zeiler Weinbergschnecken (29:25 Minuten), 2. Nina Hauck, TSV Aidhausen (34:13 Minuten), 3. Tina Stühler (34:56 Minuten).

5,9 Kilometer, männlich: 1. Berthold Bedenk, Zeiler Weinbergschnecken (24,32 Minuten), 2. Gabriel Müller, HSV Birnfeld (28:44 Minuten), 3. Thomas Müller, Birnfeld (28:48 Minuten).

10,4 Kilometer, weiblich: 1. Lisa Heinrichs, HSV Birnfeld (47:38 Minuten), 2. Tanja Dietrich, TSV Hollstadt (48:47 Minuten), 3. Nicole Karner, Zabelsteinrunners (49:38 Minuten).

10,4 Kilometer, männlich: 1. Hannes Spahn, FX Sports Sparkasse Mainfranken (40:17 Minuten), 2. Julian Müller, HSV Birnfeld (40:23 Minuten), 3. Markus Veth, TSV Rannungen (40:28 Minuten).

Die Sieger über 5,9 Kilometer (von links): Nikki Adler, Katja und Christian Günther, Nina Hauck (2. Platz), Gabriel Müll... Foto: Gudrun Klopf
Die Sieger über 10,4 Kilometer (von links): Nikki Adler, Katja, Lara und Cristian Günther, Julian Müller (2. Platz), Tan... Foto: Gudrun Klopf

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