AIDHAUSEN

Aidhausen diskutiert: Wohin mit dem Klärschlamm?

Wohin künftig mit dem Klärschlamm? Diese Frage war Thema in der letzten Sitzung des Gemeinderates Aidhausen. Im Bild: Kläranlage der Gemeinde Aidhausen im Ortsteil Happertshausen. Foto: Gudrun Klopf

Vermeiden lässt er sich nicht. Klärschlamm, eine Mischung aus Wasser und Feststoffen, entsteht bei der Reinigung von Abwasser in den Kläranlagen. Die Kommunen sind per Gesetz verpflichtet, den Klärschlamm zu entsorgen. Doch für die wird es immer schwerer und teurer, den Schlamm loszuwerden. Da kann es hilfreich sein, sich mit anderen zusammen zu tun und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Wie die für die Kommunen im Haßbergkreis aussehen könnte, stellte Bürgermeister Dieter Möhring den Gemeinderäten in der Sitzung am Donnerstag vor.

Das von der „Gesellschaft zur Umsetzung erneuerbarer Technologieprojekte im Landkreis Haßberge mbH“, kurz GUT, erarbeitete Konzept sieht vor, neben der Biogasanlage in Hofheim eine Trocknungsanlage zu bauen. Dort sollen alle teilnehmenden Landkreis-Kommunen ihren zuvor gepressten Klärschlamm mit 20 bis 30 Prozent Trockensubstanz (TS) anliefern.

Abwärme der Biogasanlage

Mit der Abwärme der Biogasanlage wird der Schlamm auf 90 Prozent Trockensubstanz getrocknet. Die getrockneten Rückstände sollen nach Schweinfurt transportiert und im Gemeinschaftskraftwerk (GKS) verbrannt werden.

Die Gemeinde Aidhausen besitzt eine eigene Trocknungsanlage und liefert die rund 80 Tonnen anfallenden getrockneten Schlamm zur Zeit direkt an das GKS. Allerdings laufe der Vertrag Mitte nächsten Jahres aus, sagte Möhring. „Dann wird das GKS nicht mehr mit einzelnen Gemeinden verhandeln, sondern Verträge nur noch mit Zweckverbänden schließen.“ Die Kapazitäten in Schweinfurt seien laut Möhring begrenzt, weshalb man sich zügig Kontingente sichern müsse. Die Städte Aschaffenburg und Schweinfurt und der Landkreis Haßberge, alle Gesellschafter des GKS, hätten bereits Bedarf angemeldet. Weitere Interessenten stünden auf der Warteliste.

Bevor die Gemeindevertreter ein Interesse der Gemeinde zum Beitritt in einen Zweckverband zur Klärschlammbeseitigung bekundeten, gab es reichlich Klärungsbedarf.

Bürgermeister Möhring: Gemeinde muss sich nicht am Bau der Trocknungsanlage beteiligen

Die Gemeinde müsse sich finanziell nicht mit einer Investition am Bau der Trocknungsanlage beteiligten, erklärte Möhring auf Nachfrage. Auch Bedenken, dass die Gemeinde künftig ihren Klärschlamm nicht mehr selbst trocknen dürfe, sondern die Trocknungsanlage in Hofheim nutzen müsse, räumte der Bürgermeister aus. „Das kommt nicht in Frage“. Wer nicht oder nur wenig in Hofheim trocknen müsse, der müsse auch weniger zahlen. „Wenn wir selbst auf 90 Prozent Trockensubstanz kommen, vermarkten wir unseren Klärschlamm lediglich über den Zweckverband.“

Bei archäologischen Untersuchungen im Rahmen der Erneuerung des Kirchenumfeldes in Happertshausen sei ein erheblicher Fund von Knochen und Gräbern zutage gekommen, informierte Möhring. Der Fund werde dokumentiert und an das Landesamt für Denkmalschutz gemeldet. „Danach werden die Skelette fachgerecht entnommen und nach ethischen Regeln bestattet“, versicherte der Bürgermeister.

Schlagworte

  • Aidhausen
  • Hofheim
  • Haßfurt
  • Riedbach
  • Gudrun Klopf
  • Abfallbeseitigung
  • Abwasser
  • Bau
  • Bürgermeister und Oberbürgermeister
  • Dieter Möhring
  • Kläranlagen
  • Klärschlamm
  • Landesämter
  • Stadträte und Gemeinderäte
  • Städte
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!