OBERSCHWAPPACH

Arbeiten von großer Leuchtkraft

Den Arbeiten des Ehepaars Sandro Vadim und Gabriele Goerke aus Karlsruhe (Bildmitte) ist die jüngste Ausstellung des Galeristenehepaars Egon Stumpf und Eleonore Schmidts-Stumpf (links) im Schloss Oberschwappach gewidmet. Unser Bild zeigt außerdem den zweiten Bürgermeister Bernhard Jilke (zweiter von rechts) und Bernadette Klug vom Kulturverein Museum Schloss Oberschwappach (rechts).
Den Arbeiten des Ehepaars Sandro Vadim und Gabriele Goerke aus Karlsruhe (Bildmitte) ist die jüngste Ausstellung des Galeristenehepaars Egon Stumpf und Eleonore Schmidts-Stumpf (links) im Schloss Oberschwappach gewidmet. Unser Bild zeigt außerdem den zweiten Bürgermeister Bernhard Jilke (zweiter von rechts) und Bernadette Klug vom Kulturverein Museum Schloss Oberschwappach (rechts). Foto: Ulrike Langer

In den Ateliers von Gabriele Goerke und ihrem Mann Sandro Vadim geht es äußerst farbenfroh zu, spielen doch die beiden Maler aus Karlsruhe in ihren Bildern mit dem Medium Farbe, wenn auch auf unterschiedliche Art und Weise. In der Ausstellung „Künstlerpaare II“ im Schloss Oberschwappach zeigen sie ihre aufeinander abgestimmten Arbeiten, deren Ausdruck und Farbigkeit schon auf den ersten Blick emotional anrühren.

Sandro Vadim wird vielen Besuchern von der Ausstellung im Jahr 2012 in Erinnerung sein. Sie war ebenfalls wie die diesjährige Paar-Ausstellung von den Galeristen Egon Stumpf und Eleonore Schmidts-Stumpf aus Eschenau mit Unterstützung der Gemeinde Knetzgau und dem Kulturverein Museum Schloss Oberschwappach konzipiert worden. Die Arbeiten des Malers sind von einer erstaunlichen Leuchtkraft, die seine Liebe zur Farbe offenbart. „Farben sind Emotions- und Stimmungsträger, sie sind Licht und damit Energie“, begründete er seine Faszination. In vielen seiner Bilder dominieren kräftige Farben, die er in mehreren Schichten aufträgt. Wobei der Künstler simultan an mehreren Werken gleichzeitig arbeitet und sich ganz von Emotionen leiten lässt. Von dem Gedanken beseelt, seine „Farbspiele“ zusammen mit den Landschaftsbildern seiner Frau auszustellen, hat Sandro Vadim eigens dafür Bilder geschaffen, die mit deren Farbwelt harmonieren.

„Es ging uns beiden darum, unsere Werke für den Betrachter zu inszenieren“, betonten die Künstler. So hat Sandro Vadim ein fast weißes Bild gemalt, in dem nur kleine graue und gelbe Farbtupfer aufleuchten, und ein schwarzes Bild kreiert, in dem nur kleine blaue und weiße sowie winzige, rote Flecken ins Auge stechen. Sie ergänzen sich gut mit den Landschaftsbildern, in denen seine Frau vor allem mit den Farben grün, blau, weiß und schwarz gespielt hat. „Der Klang der Farbe ist in dem weißen und dem schwarzen Gemälde akzentuierter als in vielen meiner anderen Bilder, die an sich schon viele Farben aufweisen“, erläuterte Vadim. „Die Farbe entfaltet hier eine elementare Wucht und schleudert sie geradezu ins Auge.“

Gabriele Goerke hat sich mit großer Leidenschaft der Landschaftsmalerei verschrieben. Sie ist oft in der Natur unterwegs, fotografiert und fertigt zuhause Zeichnungen an, bevor sie ihre Ideen mit dem Pinsel umsetzt. „Es geht mir nicht um die naturgetreue Abbildung, sondern darum, eine Stimmung aus Farbe, Licht und Schatten zu erzeugen“, berichtete die Künstlerin. „Mich faszinieren Grüntöne, Linien und eine Tiefenwirkung besonders.“ Doch wichtiger als die Farbe ist ihr das Spiel mit Helligkeit und Dunkelheit. So entwickeln ihre Gemälde eine besondere Strahlkraft. Die enge private wie berufliche Bindung zu ihrem Mann wirkt sich nach ihren Worten befruchtend aus, ermöglicht aber auch eine Klärung ihrer unterschiedlichen künstlerischen Positionen im Ausdruck. „Wir haben dieselben malerischen Probleme und können uns dabei unterstützen. Außerdem fehlt einem beim Betrachten der Bilder des anderen die Befangenheit und jeder kann dem anderen wertvolle Tipps geben“, erzählte sie.

Bei der Vernissage ging Egon Stumpf im Gespräch mit den Künstlern darauf ein, dass es erst der lange kunsthistorische Entwicklungsprozess ermöglicht habe, dass heute Künstler wie Sandro Vadim „nur“ mit Farben arbeiten könnten. Selbst wenn man heute denken möge: „Landschaften zu malen, ist doch altmodisch“, so sei eben diese Form des Ausdrucks die Passion von Gabriele Goerke. „Sie macht das künstlerisch ausgefeilt und wirft damit die Ideen der Kunsttheorie einfach über den Haufen“, sagte Stumpf. Außerdem fokussiere sich die Landschaftsmalerei auf ein Bekenntnis zur Landschaft als Synonym für Natur und könne als Mahnmal für die Fürsorgepflicht des Menschen stehen, das zu erhalten, worauf sein Leben angewiesen sei.

„Auch wenn das Künstlerpaar unterschiedlich arbeitet, so sind doch für mich Farben und Landschaften nichts Grundverschiedenes“, erklärte der 2. Bürgermeister Bernhard Jilke. „Was wäre eine Landschaft ohne Farbe und im Umkehrschluss nimmt man Farben am ehesten in der Natur wahr“, sagte er und zeigte sich hinsichtlich der Farbwiedergabe neugierig auf die Werke. Dem Künstlerpaar wünschte er eine glückliche Zukunft, während er sich bei den Galeristen und dem Kulturverein für ihr Engagement bedankte.

Die Ausstellung „Künstlerpaare II“ im Schloss Oberschwappach ist noch bis 30. August sonn- und feiertags von 14.00 bis 17.00 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter Tel. 09527/81 05 01 zu sehen.

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