KREIS HAßBERGE

Auch für Menschen gefährlich: Hasenpest im Landkreis Haßberge

Fünf Fälle von Hasenpest in Westfalen und Lippe gemeldet       -  Im Haßbergkreis ist laut Landratsamt die Hasenpest auf dem Vormarsch.
Im Haßbergkreis ist laut Landratsamt die Hasenpest auf dem Vormarsch. Foto: J. Stratenschulte, DPA

Bei Altenstein sind zwei verendete Feldhausen aufgefunden worden, bei denen das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit die Hasenpest (Tularämie) nachgewiesen hat. Dies gibt das Landratsamt Haßberge in einer Pressemitteilung bekannt und warnt im diesen Zusammenhang vor Gesundheitsgefahren für den Menschen.

Laut Behörde kommt der Erreger auch in Kaninchen, Mäusen, Wühlmäuse, Ratten oder Eichhörnchen vor, auch Wildwiederkäuer, Fleischfresser und Vögel könnten infiziert sein. Die Tularämie ist auf den Menschen übertragbar, vor allem Jäger, Tierärzte, Köche, Metzger und Landwirte seien gefährdet.

Vorsicht vor Kontakt mit kontaminierter Umgebung

Die Übertragung auf Tiere oder den Menschen erfolgt der Verlautbarung zufolge meist durch direkten Kontakt mit kontaminierter Umgebung oder infizierten Tieren - zum Beispiel beim Jagen, Enthäuten, Ausnehmen oder Schlachten, aber auch beim Verzehr von ungenügend erhitztem Fleisch infizierter Tiere.

„Der Erreger kann über kleinste, unsichtbare Hautveränderungen und über Schleimhäute in den Körper eindringen, außerdem ist eine Infektion durch Bisse oder Stiche blutsaugender Insekten möglich“, heißt es in dem Schreiben an die Medien. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch sei nicht bekannt.

Im Extremfall auch für Menschen tödlich

Die Zeit von der Ansteckung bis zur Erkrankung dauere beim Menschen in der Regel drei bis zehn Tage (Spannbreite ein bis 21 Tage). Beim Menschen äußert sich die Tularämie je nach Infektionsweg und Erregerstamm stark unterschiedlich. Zumeist würden Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und eine schmerzhafte Schwellung der regionalen Lymphknoten beobachtet. Bei Infektion über den Verdauungstrakt komme es zu Entzündungen der Mundschleimhaut und des Rachens, Schwellungen der Halslymphknoten sowie Leibschmerzen, Erbrechen und Durchfällen. Unbehandelt kann die Erkrankung gelegentlich auch beim Menschen tödlich verlaufen.

Kranke Wildtiere sind den Behörden zufolge daran zu erkennen, das sie matt und teilnahmslos sind und ihre natürliche Scheu und Schnelligkeit verlieren. Eine erfolgreiche Behandlung ist besonders bei rechtzeitiger Diagnose mit Antibiotika gut möglich.

Und das empfehlen die Behörden

Die Behörden empfehlen:

• In freier Natur aufgefundene verendete Feldhasen oder Wildkaninchen sollten keinesfalls berührt werden. Ein direkter Kontakt mit Ausscheidungen, Blut und Organen von Wildtieren muss vermieden werden.

• Jäger sollten beim Umgang mit erlegten Feldhasen oder Wildkaninchen Mundschutz und Einmalhandschuhe tragen und sich nach der Arbeit die Hände gründlich reinigen und desinfizieren.

• Beim Aufbrechen von Feldhasen und Wildkaninchen ist auf bedenkliche Merkmale wie Milz-, Leber- oder Lymphknotenschwellungen zu achten. Im Verdachtsfall ist ein amtlicher Tierarzt heranzuziehen, das Wildbret nicht als Lebensmittel verwenden.

• Wildbret von unauffälligen Feldhasen und Wildkaninchen darf nur gut durchgegart verzehrt werden.

• Jäger und andere Personen mit Kontakt zu Wildtieren sollten bei unklaren Erkrankungen einen Arzt aufsuchen und diesen hierauf hinweisen.

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