MAROLDSWEISACH

Auch mit 90 den Humor nicht verloren

Bürgermeister Wolfram Thein und Gemeinderätin Melanie Gräbner aus Altenstein, den Heimatort des Jubilars, gratulieren Emil Ziegler zum 90. Geburtstag. Foto: Helmut Will

Eigentlich wollte er Lehrer werden, allerdings habe ihm der Krieg einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das sagt Emil Ziegler, der am 14. Juli 1929 in Brüx/Sudetenland, heute Most, geboren ist und am Sonntag seinen 90. Geburtstag feierte. „Meine Heimat liegt weit entfernt“, sagte der Jubilar. Luftlinie sind es etwa 220 Kilometer.

Emil Ziegler ist an seinem 90. Geburtstag humorvoll, macht mit jedem Gratulanten erst einmal ein „Späßchen“, bevor er die Glückwünsche entgegennimmt. Besucht hat er die Bürgerschule in seinem Heimatort und später eine Schule für Lehrer. Ein solcher wollte er werden, konnte aber dann aufgrund der Kriegswirren nicht weiter studieren. Er blickt etwas betrübt, als er sag: „Meinen Vater starb 1945 in Tschechien, wie, das weiß ich bis heute nicht.“

Ziegler war in Tschechien eineinhalb Jahre inhaftiert und kam 1946 nach Fierst bei Ebern. Schon wenig später kam er nach Geroldswind zu einem Landwirt. Gearbeitet hat er damals in der Gaboldsmühle, wo er, wie er sagt „Nähkästla“ gebaut hat. Auch nach Schwandorf/Oberpfalz hat es ihn verschlagen, weil er in der näheren Umgebung keine Arbeit gefunden hat. 1976 hat er in Altenstein ein Haus gebaut. „Das steht immer noch“, feixt der Jubilar, der bis zu seiner Rente im Juli 1987 bei der Firma Kugelfischer in Ebern arbeitete.

Emil Ziegler lebt in zweiter Ehe mit seiner Frau Frieda zusammen seit Oktober 2017 im Therese-Stählin-Haus in Maroldsweisach, wo er sich seinen Worten zufolge wohlfühlt. Er hatte eine Schwester, die jedoch schon verstorben ist. Mit seiner ersten Frau hatte Emil Ziegler drei Kinder, mit seiner zweiten Frau einen Sohn. An seinem Geburtstag konnte er auch die Glückwünsche seiner vier Enkel und vier Urenkel entgegennehmen.

Der Jubilar war in den Sportvereinen in Altenstein und Maroldsweisach und er ist seit 45 Jahren Mitglied bei der SPD. Bürgermeister Wolfram Thein und Gemeinderätin Melanie Gräbner aus Altenstein gratulierten dem Jubilar. Auch Kurt Hemmer überbrachte für die Kirchenstiftungen Maroldsweisach und Geroldswind Glückwünsche. Emil Ziegler denkt nach und sagt: „Eigentlich hatte ich eine schöne Zeit, vor allem nachdem ich in Rente war.“ (hwi)

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