KREIS HAßBERGE

Auf Mensch übertragbar: Hasenpest im Landkreis nachgewiesen

Hasen am Ostermontag in Ungarn       -  Haßbergler aufgepasst: Im Landkreis sind Fälle von Hasenpest nachgewiesen. Die Krankheit ist auch auf den Menschen übertragbar – vor allem durch Hautkontakt mit kranken oder toten Tieren oder durch Verzehr infizierte Hasen und Kaninchen.
Haßbergler aufgepasst: Im Landkreis sind Fälle von Hasenpest nachgewiesen. Die Krankheit ist auch auf den Menschen übertragbar – vor allem durch Hautkontakt mit kranken oder toten Tieren oder durch Verzehr infizierte Hasen und Kaninchen. Foto: Attila Kovacs/DPA

Das Landratsamt Haßberge meldet, dass das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bei zwei Feldhasen, die tot in der Gemarkung Untertheres aufgefundenen wurden, die sogenannte Tularämie (Hasenpest) nachgewiesen hat. Deshalb weist die Behörde in einer Pressemitteilung vom Dienstag darauf hin, dass Tularämie auf Menschen übertragbar ist Vor allem Jäger, Tierärzte, Köche, Metzger und Landwirte seien gefährdet.

Bei Berührung und bei Verzehr

In Deutschland sind den Angaben der Behörden zufolge in 2019 bisher 35 Fälle der Tularämie bei Wildhasen und Kaninchen gemeldet geworden. Die Übertragung auf Tiere oder den Menschen erfolge meist durch direkten Kontakt mit kontaminierter Umgebung oder infizierten Tieren – zum Beispiel beim Jagen, Enthäuten, Ausnehmen oder Schlachten, aber auch beim Verzehr von ungenügend erhitztem Fleisch infizierter Tiere. „Der Erreger kann über kleinste, unsichtbare Hautveränderungen und über Schleimhäute in den Körper eindringen, außerdem ist eine Infektion durch Bisse oder Stiche blutsaugender Insekten möglich“, heißt es in der Verlautbarung. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch sei indes nicht bekannt.

Für eine Infektion bei Mensch und Tier genügen laut Landratsamt bereits wenige Erreger. Die Zeit von der Ansteckung bis zur Erkrankung dauert beim Menschen in der Regel drei bis zehn Tage. Beim Menschen äußere sich die Tularämie je nach Infektionsweg und Erregerstamm stark unterschiedlich, führt die Behörde aus: Zumeist würden Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und eine schmerzhafte Schwellung der regionalen Lymphknoten beobachtet. Bei Infektion über den Verdauungstrakt komme es zu Entzündungen der Mundschleimhaut und des Rachens, Schwellungen der Lymphknoten am Hals sowie gegebenenfalls Leibschmerzen, Erbrechen und Durchfällen. „Unbehandelt kann die Erkrankung gelegentlich auch beim Menschen tödlich verlaufen. Eine erfolgreiche Behandlung ist besonders bei rechtzeitiger Diagnose mit Antibiotika gut möglich“, warnt das Landratsamt.

Die auffälligsten Symptome bei lebenden infizierten Tieren seien Schwäche, Fieber und verändertes Verhalten, zum Beispiel das Ausbleiben des Fluchtreflexes. In der Regel verendeten die Tiere nach wenigen Tagen. Seltener führe eine chronische Verlaufsform unter zunehmender Entkräftung nach etwa 14 Tagen zum Tod. Kranke Wildtiere seien matt, teilnahmslos und verlören die natürliche Scheu und Schnelligkeit.

Das Veterinäramt empfiehlt:

• in freier Natur aufgefundene verendete Feldhasen oder Wildkaninchen nicht berühren; • direkten Kontakt mit Ausscheidungen, Blut und Organen von Wildtieren vermeiden; • Jäger sollten beim Umgang mit erlegten Feldhasen oder Wildkaninchen Mundschutz und Einmalhandschuhe tragen und sich nach der Arbeit die Hände desinfizieren; • beim Aufbrechen von Feldhasen und Wildkaninchen auf bedenkliche Merkmale wie Milz- oder Leberschwellungen achten. • im Verdachtsfall einen amtlichen Tierarzt heranzuziehen; • das Wildbret darf nicht als Lebensmittel verwendet werden. Die Tierkörper dem Veterinäramt zur weiteren Untersuchung stellen, ansonsten nur über die Tierkörperbeseitigungsanstalt entsorgen; • Wildbret von unauffälligen Feldhasen und Wildkaninchen nur gut durchgegart verzehren; • die bei der Zubereitung des Wildbrets benutzten Gegenstände (Messer, Schneidbretter) direkt im Anschluss mit heißem Wasser gründlich reinigen und desinfizieren. • Jäger und andere Personen mit Kontakt zu Wildtieren sollten bei unklaren Erkrankungen einen Arzt aufsuchen. (mcs)

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