ERMERSHAUSEN

Aus der Großstadt zurückgekehrt

Das Beispiel von Klaus Ort bestätigt, dass der ländliche Raum gegenüber dem Trend zur Urbanisierung nicht völlig auf verlorenem Posten steht. Der 50-jährige gebürtige Neuseser, für eine Unternehmensberatung in Frankfurt tätig und derzeit mit seiner Familie in Flörsheim zuhause, hat im „Belzig“ einen Bauplatz erworben.

Allerdings – schickt er voraus – wäre er nicht auf die Idee gekommen, sich dort niederzulassen, wenn er nicht aus der Gegend stammen würde.

Schon länger habe er im Raum Frankfurt nach einem Haus gesucht, „aber nichts gefunden, was bezahlbar ist und eine entsprechende Lebensqualität bietet“.

Abgesehen vom Kaufpreis des Hauses hatte er die Zeit nach dem Berufsleben im Blick, wenn das geregelte Einkommen wegfällt: Die Lebenshaltungskosten in Frankfurt und Umgebung seien extrem hoch. Als weitere Argumente für die Rückkehr in die Heimat nennt Klaus Ort die Nähe zu den Verwandten und vor allem zu den Eltern, um die er sich dann besser kümmern könne.

„Andere Möglichkeiten“

Zudem sei für ihn und seine Frau die Frage gewesen, wo sie selbst im Ruhestand wohnen möchten. Und sie wünschen sich, dass ihr kleiner Sohn im ländlichen Umfeld aufwächst. Die Lebensqualität sei hier „deutlich höher“.

Das Vereinsleben und die sozialen Kontakte tragen seiner Meinung nach dazu bei. Für die beiden Teenager in der Familie sei die Stadt vielleicht interessanter, räumt Ort ein. Aber der ländliche Raum biete „andere Möglichkeiten“. Und wenn sie beispielsweise shoppen gehen möchten, seien Bamberg oder Nürnberg ja nicht so weit weg.

Auf Ermershausen sei er durch „Zufall“ gekommen, berichtet der Familienvater. Die Bauplätze seien von der Lage her „sehr attraktiv“, und nachdem es mit dem Kauf eines Hauses dort nicht geklappt hat, sei die Idee entstanden, doch selbst zu bauen.

Mit seinem Beruf kann der Berater seinen künftigen Wohnort relativ gut vereinbaren, zumal er sowieso drei Tage in der Woche bei Kunden unterwegs ist und viel übers Telefon sowie übers Internet läuft. Eine entsprechend gute Verbindung war für ihn die Grundvoraussetzung. Die etwas längeren Reisezeiten nimmt Klaus Ort in Kauf – der Lebensqualität auf dem Land zuliebe.

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