EBELSBACH

Bär: „Viel Arbeit für den Papierkorb“

Bär: „Viel Arbeit für den Papierkorb“       -  Dorothee Bär am 10. März 2017 im Bundesrat in Berlin.
Dorothee Bär am 10. März 2017 im Bundesrat in Berlin. Foto: dpa

Auf den Fernsehbildern aus der Nacht ist Dorothee Bär (Ebelsbach) direkt hinter der Kanzlerin zu sehen. Wie viele Kollegen schaut die Staatssekretärin ebenso übernächtigt wie enttäuscht. „Ja, man sieht die Augenringe“, schmunzelt die CSU-Politikerin. Dabei ist ihr am Vormittag gar nicht zum Lachen zumute. Jamaika sei möglich gewesen, der Ausstieg der FDP sei enttäuschend. Da habe sie sich mehr Verantwortung für das Land gewünscht.

Nach Ansicht Bärs ist die mögliche schwarz-gelb-grüne Koalition bereits am Donnerstag gescheitert. „Es gab die historische Chance“, ist sie überzeugt. Allerdings hätten sich die Grünen da nicht auf einen Kompromissvorschlag der Union eingelassen, zumindest die dreckigsten Kohlekraftwerke abzuschalten. Dabei hätten dem sogar die CDU-Ministerpräsidenten Reiner Haseloff und Armin Laschet zugestimmt, obwohl in ihren Bundesländern Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen viele Arbeitsplätze an der Kohle hängen. Am Sonntag, als die dann Grünen diese Kompromisslösung mitgetragen hätten, sei die FDP nicht mehr von der Koalition überzeugt gewesen.

Bär bedauert das. An CDU und CSU sei Jamaika jedenfalls nicht gescheitert. Die Gespräche zu Themen wie Digitalisierung, Forschung und Bildung, an denen sie federführend gearbeitet habe, seien schwierig gewesen, aber man habe gute Kompromisse gefunden. „Da ist auch Vertrauen entstanden.“ Umso ärgerlicher sei es, „dass die wochenlange Arbeit für den Papierkorb war“.

Was die Zukunft in Berlin betrifft, hoffe sie, so Bär, „dass die Demokratie nicht weiteren Schaden nimmt“. Zunächst sei jetzt der Bundespräsident gefragt, auch mit der SPD sollte man noch einmal sprechen.

Welche Auswirkungen das Jamaika-Aus für die Personaldebatte an der CSU-Spitze hat, dazu wollte sich die designierte stellvertretende Parteivorsitzende am Montag nicht äußern.

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