FRIESENHAUSEN

Bergbau im Ruhrpott kam nicht in Frage

Zum 90. Geburtstag von Franz Weinmann (Mitte) aus Friesenhausen gratulierten auch Bürgermeister Dieter Möhring (links) und Landrat Wilhelm Schneider.
Zum 90. Geburtstag von Franz Weinmann (Mitte) aus Friesenhausen gratulierten auch Bürgermeister Dieter Möhring (links) und Landrat Wilhelm Schneider. Foto: Ulrich Kind

Am 28. Dezember 1929 wurde Franz Weinmann in Obersandau im Sudetenland geboren. So konnte er am Samstag in Friesenhausen seinen 90. Geburtstag feiern.

Dazu gratulierten dem rüstigen Jubilar auch Landrat Wilhelm Schneider und Bürgermeister Dieter Möhring sowie Pfarrer Jaroslaw Woch von der Pfarreiengemeinschaft. Gefeiert wurde am Sonntag im SV-Sportheim im Kreise der Familie, zu der inzwischen auch drei Enkel und eine Urenkelin gehören.

Großer Familienhof

Der Jubilar wuchs in einem landwirtschaftlich geprägten Elternhaus zusammen mit einem Bruder und zwei Schwestern auf. Seine Eltern Anna und Anton Weinmann bewirtschafteten im 400-Seelenort Obersandau einen von zwei großen Familiengutshöfen mit vielseitiger Viehhaltung, Grünland, Feldbau und Forstbewirtschaftung auf 50 Hektar. Zur damaligen Zeit stellte das einen großen landwirtschaftlichen Betrieb dar. Die dort erzeugte Milch wurde sogar an ein Hotel in Marienbad geliefert, dort arbeitete seine Mutter als Köchin, so die Erinnerung des Jubilars an seine Jugendzeit.

Nach der Aussiedelung aus der alten Heimat im Mai 1946 kam Franz Weinmann zusammen mit seinen Eltern und den drei Geschwistern in Friesenhausen an. Die Vertriebenen kamen zuerst im Schloss unter und schliefen am Anfang noch auf Stroh, so seine Erinnerung an die erste Zeit in Friesenhausen. Rückblickend wurde seine Familie damals gut in der Dorfgemeinschaft aufgenommen, so der Jubilar.

Bevor er in Hofheim den Beruf des Schreiners erlernte, arbeitete Franz Weinmann drei Jahre auf dem Schlossgutshof in Friesenhausen. Danach radelte er von Friesenhausen nach Stuttgart, um sich bei der Firma Bosch zu bewerben. So wollte er nicht wie viele andere damals in den Ruhrpott zum Bergbau. Er hatte Glück und wurde in Stuttgart sofort genommen. Später fand Weinmann eine Anstellung in Schweinfurt in der Zimmerei der Baufirma Riedel, wo er 35 Jahre bis zur Rente blieb.

Leidenschaft für die Imkerei

Seit seiner Schulzeit ist Franz Weinmanns große Leidenschaft die Imkerei, die er nun aus Altersgründen reduziert hat. Im Ort engagiert war der Jubilar bei der Freiwilligen Feuerwehr, dem Obst- und Gartenbauverein und über zwei Legislaturperioden im Gemeinderat. Außerdem war er mit 18 Jahren Gründungsmitglied beim Sportverein, auch wenn er nicht Fußball spielte, dafür aber bei der Theaterabteilung aktiv war.

Seine spätere Frau Paula, eine geborene Schuhmann, lernte er Anfang der 50-er Jahre auf einem Fest in Friesenhausen kennen. Dort bot Paula ihre Hilfe beim Bratwurstbraten an. Sie war 1942 von Rothenbach bei Lohr mit ihrer Familie mit ihren sechs Geschwistern nach Friesenhausen zugezogen. Nach der Hochzeit kam das junge Paar zunächst bei den Eltern der Braut unter. Mit viel Eigenleistung errichtete Franz Weinmann in der Siedlung das Eigenheim, das der jungen Familie ab 1963 in Friesenhausen ein eigenes Zuhause bot. Sohn Berthold kam zuvor 1960 zur Welt, die Zwillinge Christine und Ulrike folgten drei Jahre später.

Nach sechs gemeinsamen Jahrzehnten konnten Franz und Paula Weinmann im September ihre Diamantene Hochzeit feiern. (uk)

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