BREITBRUNN

Breitbrunn: Warum jeder Einwohner „nur“ 6,67 Euro Schulden hat

Ehrenamt stärkt die Gemeinschaft, so wie hier zum Beispiel in Lußberg, wo die Ehrenamtlichen der Feuerwehr rund 700 Stunden Eigenleistung in den Umbau des Feuerwehrhauses eingebracht haben. Foto: Christian Licha

„Breitbrunn ist eine Wohlfühlgemeinde für alle Generationen.“ Mit diesen Worten ließ Bürgermeisterin Gertrud Bühl in dieser Woche bei den Bürgerversammlungen in Breitbrunn, Kottendorf und Lußberg vergangene Maßnahmen Revue passieren und hielt einen Ausblick auf bevorstehende Projekte. Mit zur Zeit 1070 Bürgern sei die Einwohnerzahl seit Jahren nahezu stabil. Die Gemeinde Breitbrunn dürfe sich als die jüngste Gemeinde im Landkreis bezeichnen. Es gebe keine Leerstände und junge Familien zögen gerne in die „Heiligen Länder“. Zur Zeit seien in Breitbrunn und Lußberg noch ein Bauplatz im gemeindlichen Besitz frei, während es in Kottendorf zwei sind. Der Gemeinderat stellt derzeit Überlegungen bezüglich weiterer Erschließung in Breitbrunn an.

Obwohl die Gemeinde kein hohes Steueraufkommen habe, gelang es unter der Führung von Bürgermeisterin Bühl den Schuldenstand während ihrer Amtszeit nahezu auf Null zu bringen. „Von 579 000 Euro zu Beginn des Jahres 2008 haben wir nun Ende 2019 einen Darlehensrest von rund 6805 Euro“, erklärte Bühl. Die Pro-Kopf-Verschuldung konnte somit auf 6,67 Euro je Einwohner gesenkt werden.

Die hervorragende Schlagkraft und Zusammenarbeit aller Freiwilligen Feuerwehren im Gemeindegebiet hob Bühl hervor. Sie zollte ihren Respekt und Anerkennung gegenüber den Ehrenamtlichen, die sich zum Wohle der Allgemeinheit einsetzen. So haben zum Beispiel die Kameraden der Feuerwehr Lußberg rund 700 Stunden in ehrenamtlicher Eigenleistung bei der Sanierung ihres Feuerwehrhauses eingebracht. Dies stärke auch den Gemeinschaftssinn und aus Reihen der Helfer war laut Bühl zu hören: „Wann machen wir wieder mal so ein Projekt?“.

Ein besonderes Anliegen war es der Bürgermeisterin, die Gemeinde an einem Hochwasser-Audit teilnehmen zu lassen. Mit Fachleuten wurden hier Themen wie natürlicher Wasserrückhalt, Bauvorsorge und lokale Gefahrenabwehr behandelt, um auf künftige Hochwasserereignisse besser vorbereitet zu sein. Die Kosten für das Audit belaufen sich auf 12500 Euro, wovon die Gemeinde einen staatliche Zuschuss in Höhe von 75 Prozent erhält.

Eine umfangreiche Sanierung steht dem Kindergarten Breitbrunn bevor. Bereits am kommenden Montag werden die Kinder voraussichtlich bis Sommer 2020 ihr neues Domizil im Gemeindezentrum beziehen. Hier wurden die Jugendräume im Untergeschoss bedarfsgerecht hergerichtet und auch ein kleiner Sandspielplatz im Hof steht zur Verfügung. Mit Bauzäunen wurde das Außengelände zum Bach und auf dem Parkplatz abgesichert, um Gefahren ausschließen zu können.

In Sachen des geplanten Mobilfunkmasten in Breitbrunn gebe es momentan keine Neuigkeiten. Ein Bürger hat einen Pachtvertrag mit der Deutschen Funkturm abgeschlossen, wonach auf seiner Scheune ein Funkmast errichtet werden soll. Der Gemeinderat lehnte diesen Antrag mit einer Gegenstimme ab. Momentan prüft das Landratsamt die Angelegenheit. Nach Aussagen von Experten sei die Strahlenbelastung bei weit entfernten Masten wesentlich höher als in der Umgebung des geplanten Standortes. Bürgermeisterin Bühl verstehe aber auch die Sorgen der Anwohner, insbesondere junger Familien mit Kindern.

Die Planungen zur„Erlebniswelt fränkischer Sandstein“ schreiten voran und liegen momentan beim Landratsamt zur Genehmigung. Zu den geplanten Kosten in Höhe von 865 000 Euro besteht momentan noch eine Finanzierungslücke von 91 000 Euro, die durch den Förderverein aufgebracht werden sollen. Gertrud Bühl erklärte, dass sie sich auch nach ihrer Amtszeit als Bürgermeisterin weiterhin dafür einbringen will und sieht optimistisch in die Zukunft, dass genügend Spendengelder zusammenkommen.

Ein großer Dank der Bürgermeisterin galt auch allen Helfern, die sich sozial engagieren. Ein eigener Kleinbus wurde angeschafft, mit dem Ehrenamtliche die Kindergartenkinder und Senioren befördern. Eine Demenzbetreuung, die pflegende Angehörige entlasten soll, sei einmalig im Landkreis. Durch Einnahmen bei Veranstaltungen wie zum Beispiel dem Generationencafé werden alle Kosten für den Bürgerbus gedeckt, so Bühl.

Gertrud Bühl dankte den Bürgern für ihr Vertrauen während der letzten zwölf Jahre und rief gleichzeitig dazu auf, an den Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen im kommenden März rege teilzunehmen. Erstmals werde es in Breitbrunn keine einzelnen Listenvorschläge bei der Gemeinderatswahl mehr geben. Die derzeitigen Gruppierungen einigten sich, nur noch eine gemeinsame Liste mit 24 Bewerbern aufzustellen, was den Gemeinschaftssinn stärken soll, sagte Bühl. (cl)

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