KREIS HAßBERGE

Breitbrunn tritt für den Landkreis an

Breitbrunn wurde Kreissieger beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ und erhielt als Preis eine Steinstelle, die darauf verweist. Das Bild zeigt (von links) Kilian Zettelmeier, Barbara Reich, Bürgermeisterin Gertrud Bühl, Landrat Wilhelm Schneider, Marcus Hofmann und Kreisfachberater Johannes Bayer. Foto: Günther Geiling

Aus dem Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ging Breitbrunn als Kreissieger 2019 hervor. Daneben hatten Hellingen und Sulzbach/Erlsdorf teilgenommen. Landrat Wilhelm Schneider betonte beim Ehrenabend im Breitbrunner Gemeindezentrum in seiner Funktion als Vorsitzender des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege, jeder dieser Orte sei einmalig und habe etwas Besonderes zu bieten. „Sie alle sind Gewinner.“

Schneider nannte die Orte, die am Wettbewerb teilgenommen hatten, „vorbildliche Beispiele für eine lebendige Bürgerschaft“, die aktiv ihr Umfeld gestaltet. So lobte er das ehrenamtliche Engagement, das die Menschen in ihre Dörfer und in den Wettbewerb gesteckt hatten.

Dörfer verändern sich

Kultur, soziales Gefüge, Zukunftsorientierung und wirtschaftliche Infrastruktur seien zentrale Kriterien der Bewertung und sehr wichtige Punkte, denn „unsere Dörfer verändern sich und der demografische Wandel hinterlässt Spuren“. Bei den Fragen der Zukunft verwies Schneider auf den Lebensmittelhandel, der sich spürbar aus der Fläche zurückziehe, den öffentlichen Personennahverkehr oder auch die Abwanderung von jungen Menschen auf der Suche nach Arbeit oder einem Studienplatz.

Allein durch Jammern und ständiges Klagen hätten sich Dinge wohl in den seltensten Fällen zum Besseren gewendet. „Wir sind viel mehr gut beraten, wenn wir uns daran machen, die Zukunft eigenverantwortlich mitzugestalten.“ Die Vertreter aus Hellingen, Sulzbach/Erlsdorf und Breitbrunn hätten den Beweis erbracht, dass jeder für sich und alle gemeinsam positive Veränderungen herbeiführen können. So seien in diesen Ortschaften die Einwohnerzahlen in den letzten zehn Jahren stabil geblieben und auch junge Familien hätten sich angesiedelt.

Ganz gleich, auf welchem Platz sie beim Wettbewerb landeten, hätten sie viel für ihr Dorf gewonnen und dies sei auch in den Dörfern und im Gemeinschaftsleben zu sehen. Die Bürger hätten eine enge Bindung zu ihrer Heimat. Und wer stark eingebunden in die Entwicklung seines Dorfes sei und sich dort wohlfühle, der bleibe eher hier wohnen als jemand, der keinen Bezug hat. „Ich bin überzeugt, unser ländlicher Raum hat eine gute Zukunft.“

Identität als Steinhauerdorf

Die beiden Kreisfachberater Guntram Ulsamer und Johannes Bayer stellten dann in Bildern die drei Wettbewerbsteilnehmer vor. „Breitbrunn erhielt diese Auszeichnung als Kreissieger für die herausragende Dorfgemeinschaft, die sowohl ein großes soziales Miteinander lebt, als auch die Identität eines Steinhauerdorfes bewahrt und mit Projekten wie dem Kreuzweg oder der Erlebniswelt Fränkischer Sandstein lebendig erhält.“ Breitbrunn wird damit für den Landkreis Haßberge im nächsten Jahr im Wettstreit der schönsten Dörfer Unterfrankens an den Start gehen. Der Siegerpreis bestand aus einer Sandstein-Stele von Bildhauer Michael Scholl.

Laut der Beurteilung der Jury hat der Ort Breitbrunn mit seinen 620 Einwohnern eine malerische Lage und ist als Wohnstandort begehrt. Es gibt Handwerksbetriebe und einen Laden mit Bäckerei für die Dinge des täglichen Bedarfs. Unter dem Dach der Gemeinde gibt es auch einen Bürgerdienst, der das Ziel hat, allen Bewohnern ein „Altwerden“ in der vertrauten Umgebung zu ermöglichen. Dazu sei es auch ein Glück für die Gemeinde, solch ein Gemeindezentrum zu besitzen, das zentraler Mittelpunkt für das kulturelle Leben in Breitbrunn sei. Der Ort zeige mit dem Kreuzweg und der geplanten Erlebniswelt „Fränkischer Sandstein“ auch seine besondere Identität als Steinhauerdorf.

Einen Sonderpreis erhielt auch der Königsberger Stadtteil Hellingen für seine gelungene Sanierung des Freizeitbereichs am Bechenweg mit Schwimmbad und Kneippbecken sowie der naturnahen Neugestaltung des Spiel- und Festplatzes. Als Preis gab es einen Gutschein, für die Lieferung und Verankerung von zehn Obsthochstämmen. Das Dorf mit seinen 307 Einwohnern sei außerdem bemüht, sich durch die Aufnahme in ein Dorferneuerungsverfahren positiv zu verändern. Hellingen sei reich an Baudenkmälern, die auch teilweise vorbildlich instandgesetzt seien. Aber es gebe auch Leerstände, die nur mit einem enormen finanziellen Aufwand zu sanieren seien.

Ort mit vielen Arbeitsplätzen

Sulzbach und Erlsdorf, zwei Stadtteile von Hofheim, traten mit ihren 127 Bürgern gemeinsam zum Dorfwettbewerb an und erhielten einen weiteren Sonderpreis. Beeindruckt hat die Jury hier „die große Anzahl an Arbeitsplätzen im Dorf, die im Verhältnis zur Einwohnerzahl besonders bemerkenswert ist.“ Ob Ingenieurbüro, langjähriges Baugeschäft, Mühle mit Mühlenladen oder Gala-Bau-Unternehmen, die Unternehmen seien mit ihrer Gemeinde intensiv verwurzelt.

Auch die Gartenkultur habe hier einen großen Stellenwert. Vom Traumgarten des Gartenprofis bis zu wunderschönen begrünten Hofstellen fänden sich viele Nutzgärten. Verbindendes Element für beide Dörfer dürfte das moderne Dorfgemeinschaftshaus sein, das gemeinschaftlich betrieben wird.

Abwechslungsreiches Programm

Feierlich wurden Kreissieger Breitbrunn und die weiteren Preisträger ausgezeichnet, bevor Künstler und Gruppen aus den teilnehmenden Orten ein abwechslungsreiches Programm darboten. Musikalisch umrahmten den Abend die „Köhlertaler Musikanten“. Aus Breitbrunn traten außerdem Markus und Simon Wolfschmitt (Gesang), Julian Dünninger (klassische Gitarre), Rolf Böhm sowie Akteure der „Köhlertaler Bauernbühne“ mit einem Sketch auf. Hellingen präsentierte sich mit dem Kirchenchor sowie mit Luca Kempf und Wolfgang Hauck, die Werke von Heimatdichter Edmund Stubenrauch zum Besten gaben. Auf viel Beifall traf auch der Auftritt der „Dorfkinder“ von Sulzbach unter der Leitung von Heike Kirchner. Außerdem trugen Ilse Wunderlich und Ingrid Mauer Gedichte vor.

Ballett zum Abschluss

Den vielen Besucher des Ehrenabends wurden auch Stände aus den Dörfern präsentiert. Dazu zählten die Mühle Wunderlich und der kulinarische „Versucherltisch“ (Sulzbach), kulinarische Angebot vom Biohof Reich, soziale Angebote des Bürgerdienstes (Breitbrunn) sowie Steinspiele und „Spielpädagogik“ mit Michael Keim (Hellingen). Mit schmissigen Tänzen sorgte dann die „Ballett- und Tanzgruppe Magical Moves“ für den Abschluss des Ehrenabends.

Hellingen erhielt einen Sonderpreis. Das Bild zeigt (von links) die Stadträte Rudolf Gutjahr und Frank Slawik, Bürgermeister Claus Bittenbrünn, Landrat Wilhelm Schneider sowie die Kreisfachberater Johannes Bayer und Guntram Ulsamer. Foto: Günther Geiling
Einen weiteren Preis erhielten Sulzbach und Erlsdorf, vertreten durch Ralf Wunderlich, Michael Weinmann und Bürgermeister Wolfgang Borst. Mit auf dem Bild ist Landrat Wilhelm Schneider (von links). Foto: Günther Geiling
Die Tanzgruppe „Magical Moves“ zeigte ihr können. Foto: Günther Geiling

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