BAMBERG

Denkmalpfleger ohne Grenzen

Denkmalpflege kennt keine Grenzen: Ein deutsch-turkmenischer Studiengang soll helfen, Baudenkmäler im Orient zu erhalten.
Denkmalpflege kennt keine Grenzen: Ein deutsch-turkmenischer Studiengang soll helfen, Baudenkmäler im Orient zu erhalten. Foto: Universität Bamberg

Die Seidenstraße förderte über Jahrhunderte den kulturellen Austausch zwischen verschiedenen Völkern. Ein großer Teil der Karawanenstraße führt durch Usbekistan und verbindet die Städte Buchara, Samarkand und Chiwa, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen. Doch um die alten Bauten zu erhalten und zu restaurieren, mangelt es der Republik Usbekistan an Spezialisten der Denkmalpflege.

Um Abhilfe zu schaffen, eröffnete die Otto-Friedrich-Universität Bamberg nun gemeinsam mit den beiden usbekischen Architekturhochschulen in Samarkand und Buchara sowie drei weiteren deutschen Hochschulen (FH Potsdam, TH Dresden, Bauhaus-Universität Weimar) den usbekisch-deutschen Masterstudiengang „Bauerhalt und Denkmalpflege“. In dem viersemestrigen Studium werden Absolventinnen und Absolventen eines vorangegangenen Architekturstudiums zu Denkmalpflegerinnen und -pflegern ausgebildet.

„Während des Studiums lernen die Studierenden Theorie und Praxis der Denkmalpflege in thematisch breit gefächerten Modulen wie Architekturgeschichte des Vorderen Orients, Bauwerksdiagnostik oder Verfahren der denkmalgerechten Instandsetzung und Restaurierung“, erklärte der Bamberger Professor für Islamische Kunstgeschichte und Archäologie, Dr. Lorenz Korn, der den Studiengang mit ins Leben rief. Während Forschungsarbeiten an seinem interdisziplinären Projekt „Denkmal und Kontext in Buchara“ (2008 bis 2011) ergaben sich erstmals Kontakte zu den usbekischen Partnern und der FH Potsdam, die zur Gründung des Studiengangs führten. Die ersten Unterrichtseinheiten begannen im Februar. Ab Ende März führt der Bamberger Professor für Baukonstruktion und Baugeschichte Dr. Stefan Breitling die 13 Studierenden in die historische Baukonstruktion ein. „Insgesamt reisen nun vier Professoren der Universität Bamberg regelmäßig nach Taschkent, um dort Unterricht abzuhalten. Das erste und das dritte Semester besteht aus Blockunterricht in der usbekischen Hauptstadt, im zweiten Studiensemester besuchen die Studierenden Seminare an den deutschen Partneruniversitäten. „So kommen im Herbst 2013 auch sieben usbekische Studierende nach Bamberg“, berichtete Korn. Der Studiengang richtet sich vorrangig an usbekische Studierende. Die Volkswagenstiftung unterstützt die Kooperation während der zweijährigen Pilotphase mit 690 000 Euro.

Aristide Fenster, Botschafter der Republik Usbekistan, hob bei der Eröffnung in Taschkent die Bedeutung des Studiengangs hervor. „Denkmalschutz bedeutet für alle Regionen des Landes eine große Herausforderung. Der Studiengang kann dabei helfen, diese zu meistern.“

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